Tierschutz

Tierwohllabel "Q-Wohl" für die Milchkuhhaltung

Infogramm Q-Wohl
Drei-Säulen-Modell des vorgeschlagenen Tierwohllabels "Q-Wohl"

In Baden-Württemberg wurde in einem Pilotprojekt getestet, ob die vorgesehenden Audits und Kontrollen geeignet sind, das Tierwohl der Milchkühe zu beurteilen. Zu den Kriterien gehören tierbasierte Indikatoren.

30 Milchviehbetriebe wurden nach den Anforderungen eines „Q-Wohl“ genannten Labels probeweise auditiert. Dabei hätten 23 Prozent sofort „bestanden“. In weiteren 47 Prozent der Betriebe wären „leichte Verbesserungen“ nötig, die sich aber schnell umsetzen ließen.

„Mit vertretbarem Aufwand, aber mit sehr guter Aussagekraft zum Tierwohl, könnten also viele Betriebe Milch mit Tieren erzeugen, denen es nachweislich gut geht“, sagte die Landesbeauftragte für Tierschutz, Dr. Cornelie Jäger.

Das vorgeschlagene Label „Q-Wohl“ setzt auf eine zweistufiges Anforderungsprogramm, das dem Verbraucher „Ein-“ oder „Zwei-Sterne“ Milch anbietet. Das besondere aber sind bei „Q-Wohl“ die Tiergesundheitsindikatoren, die zusätzlich neben den Mindeststandards im Haltungsverfahren und den Managementanforderungen überprüft werden und darlegen, wie sich alle Haltungsbedingungen zusammen beim Tier auswirken. Tierbezogene Indikatoren sind ein geeignetes Instrument, Schwachstellen im Betrieb objektiv zu erfassen und Abweichungen frühzeitig zu erkennen. Das bietet die Chance, frühzeitig Optimierungen im Bereich Management und/oder Haltung einzuleiten oder zielgerichtet qualifizierte Beratung in Anspruch zu nehmen. Diese werden vom Tierhalter und zusätzlich durch externe Auditoren regelmäßig erfasst.

Eine Anbindehaltung von Kühen ist für das Tierwohllabel nicht zulässig. Eingeschlossen werden nur Ställe, bei denen sich die Tiere frei bewegen können wie z.B. Liegeboxenlaufställe, Tiefstreuställe und Tretmistställ. Voraussetzungen sind auch eine separate Abkalbe- und Krankenbucht.

Die genauen Anforderungen für das Q-Wohllabel und der Abschlussbericht des Pilotprojektes stehen online zur Verfügung.

„Außerdem wollten wir der besonderen strukturellen Situation der Milchviehhaltung in Baden-Württemberg gerecht werden. Deshalb haben wir auch für ältere Stallgebäude und Umbauten Wege vorgesehen, wie sie ohne Abstriche beim Tierwohl an einem solchen Label-Programm teilnehmen könnten“, sagte Jäger und betonte, dass es ihr ein großes Anliegen sei, positive Anreize für die Optimierung von Milchviehställen in die Diskussion einzubringen.

Am Pilotprojekt beteiligt waren: Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), Landwirtschaftliches Zentrum Baden-Württemberg (LAZBW), Tierschutzbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Erzeugergemeinschaft Milch Bodensee Allgäu (EMBA).

Quelle: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Baden-Württemberg

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