Forschung

Tuberkulintest auch nadellos möglich

Rinder
Der Test an Tuberkulose-negativen Rindern war vielversprechend. In weiteren Versuchen muss die nadellose Methode an sensibilisierten Rindern getestet werden. Foto: Heinrich Linse, pixelio.de

Zukünftig könnte der Einsatz eines nadellosen Druckinjektors für den Tuberkulintest bei Rindern möglich werden. Eine Studie zeigte keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Hauddickenveränderung beim Vergleich der herkömmlichen Tuberkulin-Applikationsart mittels Mehrfachkanüle mit dem IDAL®-Injektor.

Die Tuberkulose des Rindes ist eine chronisch verlaufende bakterielle Infektionskrankheit, die durch die Erreger Mycobacterium (M.) bovis und M. caprae u. a. bei Rindern verursacht werden kann. Eine diagnostische Methode zum Nachweis der Tuberkulose ist die allergische Untersuchung mittels Tuberkulinprobe, wobei das Tuberkulin üblicherweise intradermal mit einer Kanüle injiziert wird. Die vorliegende Studie beschreibt den Einsatz eines IDAL®(IntraDermal Application of Liquids)-Injektors, der bisher erfolgreich zur Impfung von Schweinen eingesetzt wurde, als nadellose Alternative zur intradermalen Verabreichung von Tuberkulin.

Versuchsaufbau: Der Vergleich beider Methoden erfolgte zuerst mit einer Farblösung an Rinderhautproben und anschließend intra vitam an 22 Rindern der Lehr- und Forschungseinrichtung Oberer Hardthof Gießen. Die Tuberkulinisierung wurde als Simultantest mit aviärem Tuberkulin vorgenommen, um zweifelhafte Befunde interpretieren zu können. An einer Halsseite wurden aviäres und bovines Tuberkulin mittels Kanüle und an der anderen Halsseite bovines Tuberkulin mittels IDAL®-Injektor verabreicht.

Ergebnisse: Die Hautdicke wurde jeweils vor und 72 Stunden nach der Injektion gemessen. Die statistische Auswertung der Daten ergab keine statistisch signifikanten Unterschiede der Hautdickenveränderung nach Verabreichung des Tuberkulins mittels Tuberkulinspritze im Vergleich zur nadellosen Applikation. Zudem zeigten die Rinder deutlich weniger Abwehrreaktionen gegenüber der Applikation mittels IDAL®-Injektor.

Schlussfolgerung: Die nadellose Verabreichung von Diagnostika ist daher mit weniger Stress und Schmerzen für die Tiere verbunden und kann zudem zur Minimierung von Anwendungsfehlern sowie Infektionsübertragungen zwischen den Tieren beitragen. In einem nachfolgenden Versuch muss die Eignung des Druckinjektors im Vergleich zur herkömmlichen Methode an sensibilisierten Rindern getestet werden.

Originalarbeit als open access:

Schack S, Bodenbender A, Leyhausen M, Altermann F, Eder K, von Messling V, Gyra H: Vergleich von zwei intrakutanen Methoden zur Verabreichung von Rindertuberkulin im Rahmen der allergischen Untersuchung auf bovine Tuberkulose. Der Praktische Tierarzt 100, 578-587

Foto: Heinrich Linse, pixelio.de

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