Pharmakovigilanz

UAWs bei Minor Species melden!

Alpaka
Für Neuweltkameliden sind in Deutschland aktuell gar keine Tierarzneimittel zugelassen. Foto: Zaspel

Bisher werden nur sehr wenige unerwünschte Nebenwirkungen von Arzneimitteln, die bei Ziegen, Schafen oder Neuweltkameliden eingesetzt werden, an die Behörden gemeldet. Dies ist aber wichtig, um die Risiken für diese Tierarten einschätzen zu können.

Da es für kleine Wiederkäuer und Neuweltkameliden nur einen geringen Absatzmarkt für Tierarzneimittel gibt, erstreckt sich die Anzahl zugelassener Präparate bei Schafen und Ziegen hauptsächlich auf die Indikationsgruppen Antiparasitika, Antiinfektiva, Infusionslösungen, Vitamin- und Mineralstoffpräparate sowie bei Ziegen zusätzlich auch auf Dermatika. Häufig bleibt somit für Tierärzte nur eine im Rahmen des Therapienotstands gemäß § 56a Arzneimittelgesetz durchgeführte Umwidmung, um „Minor Species“ zu behandeln.

Doch was tun, wenn unerwünschte Nebenwirkungen (UAWs) auftreten? Unbedingt an die Behörden melden! – sagt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Bisher gehen dort nur ganz wenige Meldungen ein. Dabei sei die Erfassung von Daten wichtig, um die Risiken von Tierarzneimitteln für diese Tierarten abschätzen und gegebenenfalls regulatorische Maßnahmen einleiten zu können. Neben dem Meldeverhalten spielen auch die Größe der nationalen Tierbestände sowie die Haltungsform und mit dieser die Möglichkeit des Erkennens von Symptomen eine große Rolle. Durch das „Underreporting“ muss derzeit davon ausgegangen werden, dass die tatsächliche Inzidenz von UAWs deutlich höher liegt als die den Behörden bekannte Häufigkeit. 

Quelle: vetline.de

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