Ökologische Milchproduktion

Umstellung auf Bio

Weidehaltung
Auslauf und Weidehaltung sind wesentliche Bestandteile der ökologischen Tierhaltung. Foto: Andreas Hermsdorf, pixelio.de

Wenn Landwirte ihre Milchproduktion auf Bio umstellen, ergeben sich auch für den Tierarzt Änderungen bei der Behandlung der Milchkühe.

Trotz der vermehrten Herausforderungen an den Betrieb und erhöhten Anforderungen an das Tiergesundheitsmanagement führt die positive Preisentwicklung von Bio-Milch nach wie vor zu Umstellungen in Milchviehbetrieben. Die Prävention von Erkrankungen sollte das wichtigste Ziel in der ökologischen Tierhaltung sein. Treten dennoch Krankheiten auf, sind diese laut EU-Öko-Verordnung (EG-VO 2008) unverzüglich zu behandeln.

Da die Anwendung von Tierarzneimitteln in der ökologischen Tierhaltung immer wieder zu Unsicherheiten bei Tierärzten führt, soll hier nochmals auf zentrale Punkte eingegangen werden:

Einsatz kommerzieller Arzneimittel

  • Die konventionell angegebene Wartezeit ist zu verdoppeln.
  • Ist keine Wartezeit angegeben, sind mindestens 48 Stunden als Wartezeit einzuhalten.
  • Die Behandlungen sind ausführlich zu dokumentieren und die behandelten Tiere eindeutig zu kennzeichnen
  • Tiere dürfen maximal dreimal pro Jahr mit konventionellen Arzneimitteln behandelt werden (ausgenommen Impfstoffe und Antiparasitika)
  • Masttiere, deren Lebenszeit kürzer als ein Jahr ist, dürfen nur einmal im Leben mit solchen Präparaten behandelt werden (ausgenommen Impfstoffe und Antiparasitika). Der Einsatz von Wachstums- oder Leistungsförderern ist verboten. Ebenso verboten ist der Einsatz von Hormonen zur Kontrolle der Fortpflanzung
Auch der Einsatz von antibiotischen Trockenstellern ist nur auf Behandlungen von Einzeltieren beschränkt, bei denen durch erhöhte Zellzahlmessung und positivem bakteriologischem Befund in der Milch eine tierärztliche Indikation besteht.

Über die Beratung und Unterstützung von Landwirten bei der Umstellung auf Bio ist der Artikel "Umstellung zur Produktion von Bio-Milch – eine Herausforderung für das Tiergesundheitsmanagement?" von Otto Volling in Der Praktische Tierarzt frei zugänglich erschienen.

Quelle: vetline.de

Bei Bio-Verbänden, deren Bestimmungen über die EU-Öko-Verordnung hinaus gehen, kann Ihnen die ÖkoVet-App (vet-consult berichtete hier) bei den unterschiedlichen Vorgaben weiterhelfen.

Foto: Andreas Hermsdorf, pixelio.de

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