Tierwohl

Verbraucherverbände fordern Tiergesundheitsmonitoring

Kühe
Die Verbraucherorganisationen fordern, dass Betriebe, die ein hohes Maß an Tiergesundheit erreichen, dafür finanziell belohnt werden. Foto: Zaspel

Foodwatch, Greenpeace und Vier Pfoten fordern ein bundesweites, betriebsgenaues Tiergesundheitsmonitoring sowie verbindliche Vorgaben für die Verbesserung der Gesundheit von Nutztieren. Das geplante staatliche Tierwohl-Label reiche nicht aus.

Die Verbraucherverbände gehen davon aus, dass jedes vierte tierische Lebensmittel wie Schnitzel, Eier oder Milch von einem kranken Tier stammt und behaupten, dass ein großer Teil der Nutztiere unter vermeidbaren Erkrankungen wie Euterentzündungen, schmerzhaft verdickten Gelenken oder gar Knochenbrüchen leidet. Auf einer Pressekonferenz in Berlin forderten sie wirksame Maßnahmen und gesetzliche Vorgaben für die Gesundheit von Nutztieren in Deutschland. Sie kritisierten auch, dass die Erkrankungsraten der Tiere nicht systematisch erfasst werden.

Das Tierwohl-Label von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner greife viel zu kurz – es setze lediglich Mindeststandards für formale Haltungsbedingungen wie etwa Auslauf und Herdengröße. Kritierien für die Tiergesundheit hingegen fehlen. 

Vier Pfoten, Greenpeace und foodwatch fordern:

  • ein bundesweites, betriebsgenaues Tiergesundheitsmonitoring
  • verbindliche Vorgaben für die Verbesserung der Gesundheit von Nutztieren
  • für Betriebe, deren Tiere wiederholt sehr schlechte Zustände aufweisen, muss es rechtliche Konsequenzen geben
  • umgekehrt sollten Betriebe, die ein hohes Maß an Tiergesundheit erreichen, dafür finanziell belohnt werden.

Dreistufiges Label für mehr Tierwohl

Das von der Bundesregierung geplante staatliche Tierwohl-Label soll als Positiv-Auszeichnung Produkte kennzeichnen, die sich von der Standardware abheben. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen hervor. Die gekennzeichneten Produkte sollen durch drei Stufen eindeutig differenziert werden, bereits die Eingangsstufe soll deutlich über den gesetzlichen Mindeststandards liegen. Die Kriterien der einzelnen Stufen sollen über eine Verordnung festgehalten, transparent für Verbraucher sein und unabhängig kontrolliert werden.

Quellen: foodwatch, Die Bundesregierung

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