Wolfsmanagement

Weiderinder von Wölfen angegriffen

Wolf
Durch verändertes Jagdverhalten greifen Wölfe auch große Weidetiere an. Foto: Marcus Brauer_pixelio.de

Zu viele Tierhalter haben nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes bereits grausame Erfahrungen mit dem erfolgreich nach Niedersachsen zurückgekehrten Wolf machen müssen, in jüngster Zeit trifft es die Rinderhalter an der Küste.

„Unsere Tierhalter sind hochgradig alarmiert, nachdem ein amtlich bekanntes Rudel wiederholt Rinder auf der Weide angegriffen hat. Auf unseren weitläufigen Wiesen mit den zahlreichen Gräben sind sie leichte Beute für den Wolf“, schildert Jan Heusmann vom Landvolkkreisverband Wesermünde.

Neue Jagdmuster erlernt
Die Wölfe hätten entgegen früheren Beteuerungen ihr Verhaltensmuster geändert
und gelernt, dass sie mit anderen Jagdmethoden auch leicht größere Tiere wie Jungrinder
und sogar tragende Rinder stellen könnten. Zwischen Cuxhaven und Stade wurden einige
Tiere schließlich nicht durch den für den Wolf typischen Kehlbiss getötet, sondern quasi bei
lebendigem Leib aufgefressen, schildert Heusmann. Für Tierhalter, die diese Tiere dann
auf den Weiden vorfinden, eine äußerst grausame Erfahrung. Heusmann fürchtet daher wie
viele andere Weidetierhalter das Aus für die Weidehaltung im Norden Niedersachsens, denn durch Zäune lasse sich kein Hochsicherheitstrakt installieren.

Schutz durch Zäune kaum umsetzbar

Die ausgedehnten Grünlandflächen sind von unzähligen Gräben durchzogen. Diese wären nach den Vorstellungen des Wolfsbüros in einem Brief an die Rinderhalter in der betroffenen Region beispielsweise auszukoppeln. Die Tierhalter werden mit einer langen Liste konfrontiert, wie der wolfsabweisende Schutz auf Rinderweiden umzusetzen ist, damit sie zu den enormen Mehrkosten einen Zuschuss für die einmalige Anschaffung erhalten können.

Weidetierhalter sind über das veränderte Jagdverhalten beunruhigt und zudem über die schleppende Aufarbeitung gemeldeter Wolfsrisse zutiefst enttäuscht. Obwohl sich sich schon mehrfach an Ministerpräsident Stephan Weil gewandt haben, fühlen sich mit den negativen Begleiterscheinungen bei der Rückkehr des Wolfes allein gelassen.

Informationsveranstaltungen:

8. November von 18 bis 20 Uhr in Lamstedt, niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN):

2. Dezember 13h Wietzendorf:„Der Wolf ist zurück – was wird nun?“, Interessengemeinschaft der Weidetierhalter Nord/Ost Niedersachsen (WNON)

Quelle: Landvolk Niedersachsen

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