6,50 Euro für den Ringelschwanz

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Foto: SUS

Niedersachsen stellt 28 Mio. € für Tierwohl-Programme bereit. Das Geld erhalten Landwirte, die bei Legehennen auf die Schnabelbehandlung und bei Schweinen auf das Kupieren der Schwänze verzichten.

In Niedersachsen werden zwei Maßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls in der Nutztierhaltung angeboten. In der EU-Förderperiode von 2014 bis 2020 sollen die Tierwohlzahlungen unter dem Dach des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) die Haltung von Legehennen und Mastschweinen fördern, die ohne das Kürzen von Schnäbeln und Ringelschwänzen auskommen. Dafür stehen 28 Millionen Euro bereit.

Da es sich um jeweils einjährige Tierwohlmaßnahmen handelt, können sich die Antragsteller in jedem Jahr neu entscheiden, eine Förderung zu beantragen. Um den Strukturwandel nicht zu beschleunigen und besonders kleinere und mittlere Betriebe zu stärken, sei die Tierwohlförderung auf 6.000 Legehennen und 1.000 Mastschweine pro Durchgang begrenzt.

Haltungsbedingungen werden vorgegeben

Neben der Ringelschwanzprämie für unversehrte und intakte Schwänze bei Schweinen werden für die Legehennen bestimmte Haltungsbedingungen vorgegeben, die zu einer Verbesserung des Tierwohls beitragen: mehr Platz, bessere Ausgestaltung des Stalles, gute Fütterung, Beschäftigungsmaterial sowie Nester und Sitzstangen. Zudem dürfen in den Ställen nur Tiere gehalten werden, bei denen die Schnäbel nicht kupiert wurden. Förderfähig sind Kosten, die dem Antragsteller durch die Einhaltung dieser über dem gesetzlichen Standard liegenden Haltungsbedingungen und für die erforderliche intensivere Tierbetreuung entstehen. Der Förderbetrag beträgt rund 1,70 €/Henne.Konzept und Beratung notwendig

Gleichzeitige Haltung von kupierten und unkupierten Tieren ist nicht erlaubt

Die Ringelschwanzprämie für intakte Schweineschwänze ist eine ergebnisorientierte Maßnahme. Pro Mastschwein sind 16,50 € vorgesehen. Diese Prämie werde jedoch nur an Landwirte ausgezahlt, die ein überzeugendes Konzept für den angemeldeten Bestand vorweisen, bei dem zudem zu jeder Zeit mindestens 70 Prozent der Tiere mit einem intakten Ringelschwanz ausgestattet sind. Intakt ist ein Ringelschwanz immer dann, wenn er unversehrt ist. Die gleichzeitige Haltung von kupierten und unkupierten Tieren in einer Gruppe ist nicht erlaubt. Die Zuwendung kann für höchstens 1.000 Tiere pro Mastdurchgang gewährt werden. Betrieben, die neu anfangen, wird empfohlen, zunächst mit 200 intensiv betreuten Tieren zu starten und die Maßnahme dann schrittweise auszuweiten. So soll ein selbstlernendes System mit guter Betreuung entstehen.Ferkelaufzucht wird einbezogen

Sowohl für Ferkelerzeuger als auch für Mäster ist die Teilnahme an einer Schulung verpflichtend. Auch die wissenschaftliche Betreuung wird sichergestellt. Die Antragstellung ist ab dem 1. Juli bis zum 27. Juli 2015 möglich.

Quelle: az

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