90% der Mastschweine haben Bursitiden

Bursitiden
Foto: topagrar

Harte Böden und hohe Tageszunahmen erhöhen die Belastung für die Gliedmaßen der Schweine. Schleimbeutelentzündungen (Bursitiden) und Klauenerkrankungen sind oft die Folge.

Dies fand Professor Gareis vom Lehrstuhl für Lebensmittelsicherheit der LMU München in einer Studie an fast 1000 Schweinen aus Bayern heraus. Man geht davon aus, dass 80% der Klauenprobleme bei Schweinen haltungsbedingt sind. Ist das Horn durch mangelhafte Fütterung minderwertig, wird die Entstehung von Rissen begünstigt.

Auch die Sauen in Gruppenhaltung haben Probleme an den Gliedmaßen; bei 15% sind Bursitiden und Ballenrisse sogar ein vorzeitiger Abgangsgrund. Doch Lösungen sind nicht leicht zu finden. Schweine auf Stroh haben kaum Gliedmaßenprobleme, doch macht den Tieren hier besonders im Sommer Staub und Hitze zu schaffen. Abhilfe können hier Mehrklimaställe schaffen.

Nun muss noch die Schmerzhaftigkeit der Erkrankungen untersucht werden, um die Belastung der Tiere abschätzen zu können. Weitere Forschung dazu unternimmt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft in Grub. Sie untersucht das Gangbild der Tiere, um Entlastungs- und Schonhaltungen feststellen zu können.

Aus ökonomischer Sicht können solche Studien langfristig interessant sein, da sinkende Fruchtbarkeit und verminderte Tageszunahmen durch schmerzhafte Klauenschäden und Bursitiden die Remontierungsraten deutlich erhöhen.

Quellen:

www.dlr.rlp.de

aid Infodienst für Landwirtschaft

LKJ Journal 03 /2015

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