Tierseuchen

Afrikanische Schweinepest in Russland und Polen

Andrea Damm pixelio.de
An ASP erkrankte Schweine werden gekeult. Foto: Andrea Damm, pixelio.de

In den russischen Großanlagen der Schweineproduktion grassiert die ASP weiter. Tausende Tiere werden gekeult. In Polen sollen Schweine in den Risikogebieten durch den Staat aufgekauf und vorsorglich geschlachtet werden.

In Russland grassiert die Afrikanische Schweinepest (ASP) weiter. Mitte Oktober mussten in einer Großanlage der Cherkizovo-Gruppe 15.000 Schweine gekeult werden, wenige Wochen zuvor wurde ein Betrieb in Krasnodar mit fast 17.000 Tiere geräumt. Staatschef Wladimir Putin sieht mittlerweile die Versorgung der Bevölkerung mit Schweinefleisch in Gefahr. Der Kremlchef hat deshalb Chefveterinär Nikolay Vlasov beauftragt, eine Strategie gegen die weitere ASP-Ausbreitung zu entwickeln.
Vlasovs Plan sieht vor, möglichst alle männlichen Wildschweine zu erlegen. Zudem sollen Farmen mit kleineren Beständen zwangsgeschlossen werden. „Mit diesen Schritten wollen wir unsere großen Produzenten schützen und die Nahrungsmittelversorgung in Russland sichern“, erklärte Vlasov. Unterstützt werden die russischen Pläne von Estland. Auch hier will man kleinere Bestände keulen, um größere Produktionsanlagen zu schützen.

In Polen verannlasst die ASP die Politik zu außergewöhnlichen Maßnahmen:

Seuchenausbrüche wurden in kleinen und aber auch bereits in größeren und teils gewerblich organisierten Unternehmen mit mehreren hundert Tieren festgestellt.
Um der Seuche Herr zu werden, hat das Warschauer Parlament Anfang September ein Gesetz für ein Aufkaufprogramm verabschiedet, nach dem rund 600.000 Schweine in den Risikogebieten aufgekauft und geschlachtet werden sollen. Damit will man vorsorglich gesunde Bestände verwerten und die Tierdichte wie auch das Infektionsrisiko in den gefährdeten Regionen vermindern. Vorgesehen sind Aufkaufpreise, die sich am Durchschnittspreis im betroffenen Gebiet orientieren. Die Tiere sollen vorrangig zu Dauerwaren wie Konserven verarbeitet werden, damit eventuelle Erreger durch den Verarbeitungsprozess und die dabei erfolgende Sterilisierung unschädlich gemacht werden. Zudem sollen zusätzliche Fleischbeschauen und Beprobungen bei jedem Schlachtkörper sicherstellen, dass tatsächlich nur gesunde Tiere verarbeitet werden.

Quelle: Topagrar vom 04.10.16 und 13.09.16

Foto: Andrea Damm, www.pixelio.de

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