QS-System

Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung geht zurück

Therapieindex_Schwein QS
Der Therapieindex wird bestimmt durch die Anzahl der behandelten Tiere, die Anzahl der Behandlungstage, die Anzahl der eingesetzten Wirkstoffe sowie der durchschnittlich belegten Tierplätze.

Seit mehr als drei Jahren wird im QS-System der Einsatz von Antibiotika in Geflügel, Schweine oder Mastkälber haltenden Betrieben erfasst, bewertet und Ergebnisse quartalsweise an die Tierhalter zurück gemeldet. Erste Erfolge sind inzwischen sichtbar, die eingesetzten Mengen Antibiotika sind seit Jahren rückläufig.

Die mehr als 1,8 Millionen Behandlungsbelege, die aktuell in der QS-Antibiotikadatenbank vorliegen, bilden eine gute Grundlage für sachgerechte Auswertungen. Sie ermöglichen es Tierärzten und Tierhaltern, den Antibiotikaeinsatz eines Betriebes mit dem Durchschnitt aller Betriebe im QS-System zu vergleichen und dahingehend Maßnahmen einzuleiten, ihren Antibiotikaeinsatz zu reduzieren.

Zusätzlicher Therapieindex für Antibiotika, die auch für die Humanmedizin von großer Bedeutung sind (kritische Antibiotika)

Die Auswertung der QS-Daten zeigen ein ähnlich positives Bild wie die jährlich veröffentlichten Zahlen nach der DIMDI-Verordnung. Bundesweit haben die kritischen Antibiotika seit 2011 zugenommen. Innerhalb des QS-Systems sind die Mengen an eingesetzten Fluorchinolonen und Cephalosporinen der 3. und 4. Generation 2015 gegenüber 2014 in der Summe um 13,9% zurückgegangen. Seit Ende letzten Jahres hat QS einen zusätzlichen Therapieindex für kritische Antibiotika eingeführt, der für jeden Betrieb gesondert berechnet wird. Hierzu erhalten Tierhalter, die am häufigsten Antibiotika der beiden Wirkstoffgruppen Fluorchinolone und Cephalosporine (3. und 4. Generation) einsetzen, alle drei Monate gesonderte Informationen in ihrem Antibiotika-Infobrief, welche verbunden sind mit der Aufforderung, gemeinsam mit dem Tierarzt zu prüfen, ob alternative Präparate eingesetzt werden können.

Zusätzlich werden zum besseren Verständnis in der Antibiotikadatenbank alle Abgaben von Antibiotika, die diese Wirkstoffgruppen enthalten, farbig dargestellt. So sich können auch Tierhalter, die sich nicht täglich mit diesem Thema beschäftigen, einen Überblick dazu in ihrem Betrieb verschaffen.

One-Shot-Präparate und Kombipräparate rückläufig

Die differenzierte Betrachtung der eingesetzten Wirkstoffklassen in der QS-Antibiotikadatenbank liefert darüber hinaus auch wertvolle Rückschlüsse über Änderungen im Verschreibungsverhalten: So ist beispielsweise zu erkennen, dass in zahlreichen Betrieben sogenannte One-Shot-Präparate, aber auch kritische Antibiotika zum Einsatz kommen. Die eingesetzten Mengen sind allerdings rückläufig, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass mit diesen Präparaten bevorzugt Einzeltiere behandelt werden, während die Behandlung ganzer Gruppen von Tieren zurückgeht.
Auch der Einsatz von Kombipräparaten (Präparate mit 2 unterschiedlichen Wirkstoffen) geht zurück, da nach AMG beide Wirkstoffe für die Berechnung der Therapiehäufigkeit herangezogen werden. Dies halten Praktiker für einen Zielkonflikt, da diese Präparate häufig durch kritische Antibiotika ersetzt werden.

Quelle: QS-Blog

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