Bayer diskutiert Wege für eine akzeptierte Nutztierhaltung

Der Ansehensverlust der Nutztierhaltung in Deutschland ist nur zu stoppen, wenn sich alle Akteure der Branche dieser Herausforderung stellen und gemeinsam Lösungen finden. So lautete das Fazit bei der Tagung „Wege zur gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung - Aktuelle Herausforderungen an die Schweinepraxis“, die von der Bayer Nutztierakademie in Melle veranstaltet wurde.

Vor mehr als 90 Fachexperten, darunter viele Veterinäre, machte Prof. Matthias Gauly von der Freien Universität Bozen klar: „Wenn wir nichts tun, verlieren wir Produktion in Deutschland“. Der Mitautor des Gutachtens „Wege zu einer akzeptierten Nutztierhaltung“ des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik beim Bundeslandwirtschaftsministerium riet dazu, Haltungssysteme und Produktionsweisen stärker in Richtung Tier- und Umweltschutz zu entwickeln und dafür auch die Verbraucher finanziell in die Pflicht zu nehmen.

Der Referent für Agrar- und Wirtschaftspolitik des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Dr. Bernhard Schlindwein, warnte ebenfalls davor, dass „wir Akzeptanz verlieren, wenn wir keine Veränderungsbereitschaft zeigen“. Allerdings habe sich die Landwirtschaft mit verschiedenen Partnern und Projekten bereits auf den Weg gemacht, darunter auch mit der Initiative Tierwohl. Diese Anstrengungen der Wirtschaft zur eigenen Problemlösung gelte es auszubauen und zu stärken, da sie gegenüber einer staatlichen Ordnungspolitik vorzuziehen seien.

Bezüglich des 2014 begonnenen staatlichen Antibiotikamonitoringsystems räumte Dr. Sabine Kurlbaum vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) Startschwierigkeiten bei der Datenerfassung ein; die Situation habe sich jedoch stetig verbessert. Der praktische Tierarzt Dr. Thorsten Pabst kritisierte, dass der deutsche Therapieindex mit den Kennzahlen des Antibiotikamonitorings in Dänemark und den Niederlanden nicht vergleichbar sei.

Bereits seit 1993 führe Bayer ein Monitoring der Enrofloxacin-Empfindlichkeit bakterieller Infektionserreger durch, berichtete Laborleiterin Dr. Carolin Ludwig. Für sie ist der umsichtige Einsatz von Antibiotika in der Veterinär- und Humanmedizin entscheidend für den Erhalt der Wirksamkeit dieser Medikamente. AgE

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