Dänemark: Neues Tierschutzsiegel ab 2017

Siegel

In Dänemark rückt der Start des neuen staatlichen Labels für tierwohlgerecht gehaltene Schweine näher.

Landwirtschaftsminister Esben Lunde Larsen stellte am vergangenen Freitag (14.10.) das Logo für das Siegel „Bedre Dyrevelfærd“ (Besserer Tierschutz) vor. Er wies darauf hin, dass den Verbrauchern damit ein neues Instrument an die Hand gegeben werde, mit dem sie sich bewusst für mehr Tierschutz in der Schweinehaltung entscheiden könnten.

Das neue Siegel biete den Käufern mehr Wahlmöglichkeiten und damit die Chance, Tierschutz auf einem Niveau zu unterstützen, das ihren Vorlieben und Budgets entspreche. Produkte mit dem dreistufigen Label, an dem sich die Landwirte freiwillig beteiligen können, werden nach Angaben des Kopenhagener Agrarressorts ab Frühjahr 2017 in den wichtigen dänischen Discountern und Supermärkten verfügbar sein, darunter Bilka, Føtex, Netto, Menu, Rema 1000, Kiwi, Spar, Lidl und Aldi. Das größte dänische Einzelhandelsunternehmen, die Handelskette Coop, hat dagegen die Teilnahme verweigert und setzt auf eine Eigenmarke.

Freilaufende Sauen und Stroh

Zu Beginn umfasst das Siegel nur Schweine; später soll es allerdings auch auf andere Nutztierarten ausgedehnt werden. Über die Anforderungen an die Haltung geben die Herzen auf dem Logo Auskunft: Um die Voraussetzungen für die erste Stufe, also ein Herz, zu erfüllen, müssen die Bauern die Sauen freilaufend halten, auf das Kupieren von Schwänzen verzichten, den Tieren mehr Platz und Stroh zur Verfügung stellen sowie Transportzeiten von maximal acht Stunden einhalten. Für zwei und drei Herzen werden darüber hinausgehend jeweils noch mehr Platz pro Tier und zusätzliche Strohgaben verlangt.

Dem Agrarressort zufolge liegen bereits die Voraussetzungen für die erste Stufe des Siegels deutlich über den dänischen und europäischen Tierschutzstandards. Larsen zeigte sich überzeugt, dass das neue Siegel Landwirte dazu ermuntern werde, in ihren Ställen mehr Tierschutz umzusetzen. Zugleich werde der Handel in die Lage versetzt, dem Wunsch der Verbraucher nach mehr Tierwohl unkompliziert entgegenzukommen. Tierschutz werde so zu einem Wettbewerbsfaktor der gesamten Ernährungsbranche. (AgE)

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