Die neue deutsche Vermessung des Schweineglücks

Schwein
Foto: Die Welt

Die Bundesregierung hat ein Heer von Tierärzten und -psychologen in Bewegung gesetzt, um das Glück von Schweinen zu ergründen und messbar zu machen. Da wird auch das Schwänzchen betrachtet.

Stehen fünf Männer beieinander, alle fünf sind Gutachter, Tierärzte, Experten. Vor ihnen ein Schwein. "Ich fang mal an", sagt schließlich einer. "Ich halte die Sau mental für stabil bis zufrieden, Anzeichen von Freude sind gegeben. Ich fasse zusammen: Das Schwein ist glücklich, es fühlt sich sauwohl."

Die anderen schweigen betreten, und wenn sich Joachim Krieter, Leiter des Kieler Uni-Instituts für Tierzucht und -haltung, an den ersten offiziellen Versuch erinnert, einem Schwein in die Seele zu schauen, wirkt er wie damals: ratlos. "Fünf Tierärzte kommen zu fünf Ergebnissen", seufzt Krieter. "Sogar dann, wenn sie vorher in den Grundlagen der Schweinepsyche geschult worden sind".

Was sich ausnimmt wie ein Comedy-Sketch, ist tatsächlich ein offizielles Anliegen der Bundesregierung. Sogar ein Auftrag: Schweine sollen es künftig schön haben auf deutschen Höfen. Erstmals geht es dabei nicht um die Gesundheit des Schweinefleischs. Die Bundesregierung zielt auf Höheres: Das Recht auf kreatürliches, individuelles Daseinsglück sogar dann, wenn sich das im Maststall entfalten soll.

Auszug aus einem Artikel der Tageszeitung DIE WELT. den kompletten Artikel finden Sie hier

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