Tierseuchen

Fehlverhalten Biosicherheit - Kürzungen im Seuchenfall

Freilandschweine
Wenn zum Beispiel der Kontakt zu Wildschweinen nicht ausreichend verhindert wird, ist mit einer Kürzung auf 30% der Leistungen zu rechnen. Foto: Zaspel

Wer gegen tierseuchenrechtliche Vorschriften verstößt, muss zukünftig mit empfindlichen Kürzungen der Leistungen im Seuchenfall rechnen, teilte die Tierseuchenkasse Niedersachsen in Hinblick auf die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest mit.

Abhängig von der Art des Verstoßes entfällt der Anspruch auf die Entschädigungen und Beihilfen komplett oder in Teilen. Es wurde eine neue Risikoeinstufung von Verstößen gegen die Schweinehaltungshygieneverordnung veröffentlicht. Dabei sei die Auflistung der Beispiele nicht abschließend, sondern diene der Verdeutlichung der Vorgehensweise. So sollen Seuchenausbrüche möglichst verhindert und die Tierhalter motiviert werden, durch die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen aktiv daran mitzuarbeiten. In der vergangenen Woche wurde eine zweitägige landesweite Tierseuchenübung mit der Probung eines ASP-Ausbruches in einem Wildschweinbestand durchgeführt.

Ausbreitung der ASP

Besonders deutlich zeigt sich das Biosicherheitsproblem derzeit in Rumänien, wo über 700 Ausbrüche der ASP verzeichnet wurden und in den nächsten Wochen ca. 350 000 Schweine getötet werden müssen. Schuld am Eintrag sei das Trinkwasser für die Schweine, das direkt aus der Donau entnommen wird. In der Donau wurden Schweinekadaver gefunden, die vermutlich aus Kleinsthaltungen stammen und nach ihrem Tod einfach in den Fluss geworfen wurden. Auch große Teile der Ernte sollen verbrannt werden, um die Ausbreitung des Virus über das Futter zu verhindern.

Auch Bulgarien hat den ersten Fall der ASP bei Hausschweinen gemeldet.
Die schnelle Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in China hat bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) große Besorgnis hervorgerufen, eine Ausbreitung auch andere asiatische Länder wird befürchtet. China ist einer der größten Schweinefleischproduzenten weltweit und stellt mit rund 500 Millionen Tieren etwa die Hälfte der weltweiten Bestände.

Augen auf beim Futterzukauf

In Deutschland ist die Verfütterung von Gras, Heu und Stroh aus gefährdeten Gebieten oder die Nutzung als Einstreu oder Beschäftigungsmaterial nach der Überarbeitung der Schweinepestverordnung durch das BMEL seit diesem Jahr verboten. Aufgrund der dürrebedingten Futtermittelknappheit ist jeder Schweinehalter gut beraten, sich bei Import vom Lieferanten garantieren zu lassen, dass das Futter nicht aus ASP-Gebieten Osteuropas kommt.

Quellen: ISN, AgE, BMEL, wir-sind-tierarzt.de

Vet-Consult E-Learning