Ferkelkastration: Landwirte dürfen Tiere bald selbst betäuben

Kastration
Ferkelkastration (Foto: top agrar)

Der Bundestag hat am Donnerstagabend entschieden, dass Landwirte ihre Ferkel selbst zur Kastration mit Isofluran betäuben dürfen.

Schweinehalter dürfen ihre Ferkel vor einer Kastration künftig selbst betäuben. Der Bundestag billigte in der Nacht zum Freitag eine entsprechende Verordnung von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU), mit der die betäubungslose Ferkelkastration eingedämmt werden soll, meldet die dpa. Bislang durfte die Narkose der Tiere nur von einem Tierarzt durchgeführt werden.

Die jetzt beschlossene Neuregelung ermöglicht es Landwirten, die Ferkel nach einer entsprechenden Schulung selbst mit dem Gas Isofluran zu betäuben. Eine flächendeckende Isofluran-Betäubung durch Tierärzte gilt aus wirtschaftlichen und logistischen Gründen als ausgeschlossen - allein schon, weil dafür nicht ausreichend Veterinäre zur Verfügung stehen. Deshalb sollen Schweinehalter nun einen entsprechenden Sachkundenachweis erwerben können. Dafür müssen sie einen theoretischen Lehrgang samt Prüfung, eine Praxisphase unter Anleitung eines Tierarztes sowie eine praktische Prüfung absolvieren.

Verordnung könnte ab Oktober gelten

Die Verordnung zu Isofluran muss noch vom Bundesrat beschlossen werden. Parallel dazu läuft auch noch die Genehmigung bei der EU-Kommission. Der Bundestagsbeschluss von gestern war erst der erste Schritt. Derzeit ist geplant, dass die Verordnung im Oktober 2019 in Kraft treten könnte

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