Dänemark

Grenzzaun soll vor Schweinepest schützen

Wildschwein
Nach dem Willen der dänischen Regierung soll entlang der knapp 70 km langen Grenze ein Zaun errichtet werden, damit die Wildschweine nicht nach Dänemark "einreisen". Foto: Fotolia

Dänemark will sich vor der Afrikanischen Schweinepest schützen und einen Zaun entlang der deutsch-dänischen Grenze errichten.

Um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verhindern, prüft Dänemark den Bau eines Zauns entlang der deutsch-dänischen Grenze. Das teilte das dänische Umwelt- und Lebensmittelministerium mit. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag soll im April ins Parlament eingebracht werden. Mit einem Baustart sei nicht vor dem Herbst zur rechnen, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Die Afrikanische Schweinepest kursiert derzeit in Osteuropa, Deutschland blieb bislang verschont. Tschechien hat bereits im vergangenen Jahr einen kilometerlangen Elektrozaun entlang eines Ansteckungsgebiets errichtet.

Schleswig-Holsteins Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) kritisierte die dänischen Pläne: "An der Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit eines Zauns zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein haben wir erhebliche Zweifel." Der Minister betonte, das Virus breite sich vor allem über Menschen aus: durch Tiertransporte, Jagdreisen, infizierte Lebensmittel und würde so auch weiterhin in die dänische Wildschweinpopulation gelangen können. "Der Zaun und die geplante Ausrottung eines Großteils der Wildschweinpopulation Dänemarks zur Prophylaxe ist unser Auffassung nach unverhältnismäßig. Er unterbricht den Wildwechsel und die naturräumlichen Gemeinsamkeiten."

70 Kilometer langer Zaun

Der Zaun soll nach dem Willen der dänischen Regierung entlang der knapp 70 Kilometer langen Grenze errichtet werden und eineinhalb Meter hoch sein. Der Grenzverkehr auf der Straße werde nicht beeinträchtigt, versicherte das Ministerium.

Die Dänen fürchten bei einer Übertragung des Erregers auf dänische Schweinebestände große wirtschaftliche Folgen für das Land. "Bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen oder in der Schweineproduktion in Dänemark würden alle Ausfuhren in nicht EU-Länder für einen bestimmten Zeitraum gestoppt", heißt es in der Mitteilung. Das wolle man nicht riskieren. Dänemark exportiere jedes Jahr für 11 Milliarden dänische Kronen (1,47 Mrd Euro) in diese Länder.

Quelle: dpa

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