Tierseuchen

Vogelgrippe H5N1 in Nutztierbeständen

Freilandhaltung Hühner
Betriebe mit Freilandhaltung und Direktvermarktung müssen derzeit mit Kosten und Wettbewerbsnachteilen rechnen. Foto: Rainer Sturm, pixelio.de

Die Geflügelpest breitet sich in Deutschland und Europa weiter aus. Vergangene Woche ist eine Eilverordnung in Kraft getreten, die auch kleine Betriebe verpflichtet, Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor der hochansteckenden Tierseuche zu treffen. Für Risikogebiete wird regional Stallpflicht angeordnet.

Nachdem der Erreger H5N8 zunächst in Wildvögeln nachgewiesen worden war, sind seit dem 11. November auch Nutztiere betroffen. Das Friedrich-Loeffler-Institut, an dem das nationale Referenzlabor für aviäre Influenza angesiedelt ist, hat bislang den Ausbruch der Geflügelpest in Nutztierbeständen in den folgenden Bundesländern bestätigt:

  • Schleswig-Holstein: zwei Betriebe (eine Hobbygeflügelhaltung und eine geschlossene Geflügelhaltung mit 30.000 Tieren)
  • Mecklenburg-Vorpommern: neun kleine Geflügelbestände
  • Niedersachsen: ein Mastputenbetrieb mit 16.000 Tieren
  • Sachsen-Anhalt: ein kleiner Geflügelbestand

Zuvor war bereits in 13 Bundesländern Deutschlands das Virus bei Wildvögeln nachgewiesen worden.

Auch bei Mastenten einer Geflügelhaltung im niederländischen Biddinghuizen (Flevoland) wurde ein H5-Vogelgrippevirus festgestellt. Der Betrieb hat drei Standorte, an denen alle rund 190.000 Tiere gekeult wurden.

Keine Übertragung auf den Menschen bekannt, aber Vorsicht!

Bislang ist kein Fall bekannt, in dem die Möglichkeit eines Übergangs des Krankheitserregers auf den Menschen nachgewiesen wurde. Dennoch kann eine Übertragung nie völlig ausgeschlossen werden. Daher sind die generellen Hygiene- und Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Geflügel, Geflügelprodukten und auch Wildvögeln konsequent einzuhalten.

Linksammlung mit weiterführenden Informationen:

Das Friedrich-Löffler-Institut stellt fortwährend aktualisierte Karten zur Klassischen Geflügelpest zur Verfügung und spricht die Empfehlungen zur Biosicherheit aus. Denn oberste Priorität hat der Schutz der Nutzgeflügelbestände vor einer Infektion mit dem hochpathogenen Aviären Influenza Virus (HPAIV) H5N8. Fragen und Antworten zur Vogelgrippe sind auch auf der Internetseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zu finden. Der Bayerische Rundfunk hat einen informativen Film Erreger der Vogelgrippe: Wie gefährlich sind influenza-Viren? auf youtube gestellt.

Foto: Rainer Sturm, www.pixelio.de

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