Tierseuchen

Jagdhund an Aujeszkyscher Krankheit gestorben

Schweine Freilandbetrieb
Ein direkter oder indirekter Kontakt zu Wildschweinen muss für freilaufende Hausschweine unmöglich sein. Foto: Zaspel

Bei Minustemperaturen an freilaufende Schweine denken? Gar nicht so absurd, denn der Tod eines Jagdhundes erinnert uns an den Schutz der Hausschweinpopulation

Die Jagdsaison ist vielerorts in vollem Gange und so haben viele Jagdhunde Bisskontakt zu Wildschweinen. So auch der im Dezember verstorbene Jagdhund, der sich im Hunsrück (Kreis Bernkastel-Wittlich) bei der Jagd mit dem Aujeszky-Virus infiziert hat und nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes Koblenz an der Aujeszkyschen Krankheit, die wegen der tollwutähnlichen Symptome auch als Pseudowut bekannt ist, verstarb.

Obwohl die Hausschweinpopulation in Deutschland seit 2003 frei von der anzeigepflichtigen Tierseuche sind, müssen Freilandhaltungen von Schweinen und Hunde vor Aujeszky geschützt werden, denn in Schwarzwildbeständen kommt das Herpesvirus weiterhin vor.

Intensiver Juckreiz und Lähmungserscheinungen

Für Hunde verläuft eine Infektion mit dem Virus der Aujeszkyschen Krankheit immer tödlich. Das auffälligste Symptom bei infizierten Tieren ist zumeist der intensive Juckreiz an Stirn, Lippen, Wangen, Augen und Ohren. Die Symptome treten nach einer Inkubationszeit von zwei bis neun Tagen auf. Mit fortschreitender Erkrankung können Apathie, Fieber Schluckbeschwerden, Atemnot, Bewegungsstörungen und Lähmungserscheinungen hinzukommen. Der Tod tritt gewöhnlich ein bis drei Tage nach Einsetzen der ersten klinischen Anzeichen ein. Eine Impfung gegen die Aujeszkysche Krankheit gibt es für Hunde nicht.

Wie können die Haustiere vor Pseudowut geschützt werden?

Bisskontakt bei der Jagd ist zwar nicht immer zu vermeiden, doch sollten Jäger ihre Hunde von erlegtem Schwarzwild fernhalten und keine entnommenen Innereien roh verfüttern.

Bei Hausschweinen in Freilandhaltung muss unter anderem sichergestellt sein, dass kein direkter oder indirekter Kontakt zu Wildschweinen möglich ist. Sollte das Virus in einen Bestand eingeschleppt werden, drohen massive wirtschaftliche Schäden.

Schweinehalter, die auch Jäger sind, sollten die Biosicherheitsmaßnahmen für ihren Betrieb konsequent einhalten. Ein Merkblatt für Jäger stellt das LAVES Niedersachsen zur Verfügung.

Hunde, Katzen, Rinder und kleine Wiederkäuer können an dem Aujeszky-Virus erkranken, für Menschen und Primaten ist die Krankheit nicht ansteckend.
 

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