PED-Virus auf dem Vormarsch

saugende Ferkel an der Muttersau
Foto: Sus

Die Europäische Vereinigung für Schweinegesundheit (EAPHM) veranstalte im April eine dreitätige Tagung in Frankreich. Dabei wurde unter anderem auf die Gefahren des Porcinen epidemischen Diarrhoevirus (PED) eingegangen.

Bei dem Kongress in Nantes hatten über 1400 Tierärzte aus Europa und der übrigen Welt teilgenommen. Einen Nachmittag widmeten sie dem PED-Virus, das sich immer weiter in Europa verbreitet.
Die durch ein Alphacoronavirus übertragene Erkrankung war erstmals Mitte 2013 in den USA aufgetreten. Seitdem hat sie sich in Nordamerika und Europa weiter verbreitet. In Europa ist bisher nur in der Ukraine der besonders pathogene nordamerikanische Stamm nachgewiesen worden. In Mitteleuropa ist der Stamm OH851, der als weniger aggressiv gilt, aufgetreten.
Die Schwere der Erkrankung ist vom Infektionszeitpunkt abhängig. Nach einer Inkubationszeit von wenigen Tagen treten Durchfall, Anorexie und gelegentliches Erbrechen auf.Sauen fallen durch Anorexie und wässrigen Durchfall auf; infizieren sich ältere Saugferkel, ist mit geringen Verlusten zu rechnen. Bei jüngeren Saugferkeln beträgt die Mortalität bis zu 60%. Hat die Sau vorher eine Infektion mit dem PED-Virus überstanden, ist eine kolostrale Immunität bei den Ferkeln vorhanden. Von Mortalitäten bis zu 100% bei naiven Ferkeln wird sowohl bei der europäischen als auch der amerikanischen Form der PED berichtet.
 
Ein Zusammenhang zwischen der Verbreitung des Virus und getrocknetem Blutplasma, in dem der Erreger nachgewiesen wurde, wird vermutet. 13 von 14 befallenen Betrieben in Kanada hatten das Plasma von dem selben Hersteller bezogen.
 
Das Virus unterliegt bisher nur in Frankreich einer Meldepflicht. Bestätigte Fälle liegen außerdem aus den Niederlanden, Belgien, Spanien, Italien, Österreich und Deutschland vor.  Bei in Deutschland und Italien nachgewiesenen Serovaren wurde eine hohe genetische Ähnlichkeit zu dem amerikanischen Virus festgestellt – über die Virulenz dieser Form liegen jedoch noch keine Informationen vor.
 
Eine Impfung gegen die dem klinischen Bild der TGV (Transmissibles Gastroenteritis-Virus) ähnelnde Krankheit ist in Europa noch nicht auf dem Markt. Als Prophylaxemaßnahmen wurden auf dem Symposium die gründliche Reinigung und Desinfektion der Transportfahrzeuge sowie die Kontrolle des Tierverkehrs angesehen. Bei einem Ausbruch gilt es, strikte Hygieneregeln wie die konsequente Trennung des Schwarz-Weiß-Bereiches einzuhalten. Als symptomatische Behandlung bietet sich derzeit eine glukosehaltige Elektrolytlösung für Ferkel an.
 
 
Quellen:
EFSA
fachpraxis 67 – Zeitschrift für die Tierarztpraxis

http://www.msewv.de

 

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