Wissenschaft

PRRS-Monitoring: Gewebesaft statt Blutproben

Gewebssaftgewinnung_Lopez_et_al_2018
In einen sauberen Eimer wird in eine Plastiktüte ein Käsetuch gespannt, wodurch Testikel und Schwanzspitzen zurückgehalten werden und die Gewebsflüssigkeit aufgefangen wird. López et al. (2018), Journal of Swine Health and Production

Die Verwendung von Gewebeflüssigkeit, die beim Schwänzekupieren und Kastrieren von Ferkeln gewonnen wird, bietet beim PRRS-Monitoring eine Alternative zur aufwändigen Untersuchung von mind. 30 Blutproben von Saugferkeln in monatlichem Abstand.

Infektionen mit dem Porcine Respiratory and Reproductive Syndrome Virus (PRRSV) im letzten Trächtigkeitsdrittel von Sauen führen zur Geburt virämischer Ferkel, die zur Verbreitung des Virus während der Säugezeit beitragen. Diesen Infektionsweg zu unterbrechen ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Produktion von PRRS-freien Ferkeln. Bislang wurden für das PRRS-Monitoring von Zuchtherden monatlich Blutproben von 30 zufällig ausgewählten Absetzferkeln entnommen und das Serum auf PRRS-RNA untersucht. Nach vier aufeinanderfolgenden monatlichen negativen Untersuchungen gilt die Herde als "stabil".

Wissenschaftler der Veterinärfakultät der Universität von Iowa, USA, haben ein Verfahren entwickelt, mit dem die stressreiche und zeitaufwändige Blutprobenentnahme ersetzt werden kann. Dazu wird die ohnehin anfallende seroanguinöse Flüssigkeit der Gewebe beim Kastrieren und Schwänzekupieren aufgefangen. Diese Poolprobe der 3-5 Tage alten Ferkel wird auf PRRS-Virus untersucht.

In der Veröffentlichung konnte gezeigt werden, dass mit der Untersuchung der Gewebsflüssigkeit im Vergleich zur Standard-Protokoll-Untersuchung mittels Blutproben sogar häufiger PRRSV-RNA nachgewiesen werden konnte. Diese Mehtode erlaubt es, mehr Ferkel häufiger und mit geringerem Aufwand vor Ort untersuchen zu können.

Quelle: Lopez WA, Angulo J, Zimmerman JJ, et al. Porcine reproductive and respiratory syndrome monitoring in breeding herds using processing fluids. J Swine Health Prod. 2018;26(3):146-150

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