Forschung

Phosphor beeinflusst Immunsystem und Darmgesundheit

Schweine
Für das Projekt untersuchten die Wissenschaftler 31 Schweine, 1140 Hühnerküken und 920 Wachteln. Foto: Hans Udry, pixelio.de

Wachstum, Immunsystem, Energiehaushalt: Die Bedeutung von Phosphor für die Tiergesundheit wird bislang eher unterschätzt, so die Ergebnisse des Forschungsprojektes microP der Universität Hohenheim.

Darin untersuchte ein Forschungsteam der Agrarwissenschaften ausführlich und mit neuesten Methoden, wie Tiere Phosphor im Verdauungstrakt verwerten und welche Faktoren die tierische Phosphorausbeute beeinflussen. Die Ergebnisse der Grundlagenforschung sind vielversprechend: so scheint die Phosphorverwertung u.a. auch genetisch bedingt – was der Tierzucht die Möglichkeit einräumen könnte, Tiere mit besserer Phosphorverwertung zu züchten.

Phosphor muss enymatisch gespalten werden

Pflanzliches Phosphor ist in einem ringförmigen Molekül gebunden, welches nur mithilfe eines Enzyms aufgelöst werden kann. Tiere wie Schweine und Hühner sind jedoch nicht in der Lage, ausreichende Mengen dieses Enzyms zu produzieren. Bislang umgehen Landwirte und Futtermittelproduzenten dieses Problem durch zwei Maßnahmen: indem sie zusätzlichen Phosphor beimischen und in dem sie das Spezialenzym zur Freisetzung des Phosphors zusetzen.

Beides hat Nachteile: der zugesetzte Phosphor wird aus Gesteinsphosphaten gewonnen. Die weltweiten Vorräte sind jedoch stark begrenzt und werden in absehbarer Zeit aufgebraucht sein. Das Spezialenzym kann zwar aus Pilzen und Bakterien gewonnen und ohne gesundheitliche Risiken für die Tiere dem Futter beigemischt werden. Dieser Zuschlag bedeutet jedoch zusätzlichen Aufwand und Mehrkosten für die Landwirte. 

Positive Beeinflussung von Immunsystem und Darmgesundheit

Das Forschungsteam aus dem Institut für Nutztierwissenschaften der Universität Hohenheim hat darum in einem mehrjährigen Projekt genau unter die Lupe genommen, wie der Phosphor-Abbau im Verdauungssystem von Hühnern, Schweinen und Wachteln abläuft. Die Erkenntnisse sollen es ermöglichen, die Verwertung von Phosphor im Verdauungstrakt von Nutztieren effizienter zu machen.

Dabei stellten die Forscher folgendes unerwartet fest: „Zusammengenommen deuten die Veränderungen im Immunsystem und im Bereich der Darmbakterien darauf hin, dass eine ausreichende Menge an Phosphor einen positiven Effekt auf die Darmgesundheit hat“, fasst Prof. Dr. Stefanski zusammen, „und dies könnte auch bedeuten, dass eine zu geringe Phosphormenge die Tiere anfälliger für Krankheiten macht.“  Außerdem fanden sie sowohl bei Hühnern als auch bei Schweinen Hinweise darauf, dass die Fähigkeit zur Verwertung von Phosphor im Erbgut angelegt ist und somit eine gezielte Züchtung auf diese Eigenschaft den Gesundheitszustand verbessern könnte.

Quelle: Universität Hohenheim

Foto: Hans Udry, pixelio.de

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