Ferkelkastration

Regierung für Isofluran-Anwendung durch Laien

Ferkel
Würden alle männlichen Ferkel in Deutschland mit Isofluran betäubt, wären dafür rund 4 Tonnen Isofluran nötg. Foto: Heil

Bei „bestimmungsgemäßer Anwendung kann Isofluran nach derzeitigem Kenntnisstand sicher angewendet werden“, so lautet die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der AfD.

Gegen den Verordnungsentwurf, mit dem das Bundeslandwirtschaftsministerium Ausnahmen vom Tierarztvorbehalt schaffen will, damit sachkundige Landwirte selbst die Betäubung von Ferkeln mit Isofluran bei der Kastration durchführen können, gibt es Vorbehalte von verschiedenen Seiten (die BTK leht die Verordnung entschieden ab). Bedenken wurden unter anderem wegen möglicher gesundheitlicher Risiken für die Anwender beziehungsweise dem Ozonabbaupotential des Narkosegases geäußert.

Die Vorschriften der Gefahrstoffverordnung und Schutzmaßnahmen nach einer Gefährdungsbeurteilung sind einzuhalten. Laut Studien werde die toxische Wirkung auf die Leber als sehr gering eingeschätzt, und es liege auch kein belastbarer Hinweis darauf vor, dass Alzheimer verursacht werde. Laut Ministerium können der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) zufolge allerdings bei stärkeren Belastungen mit Isofluran Kopfschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit auftreten. Schwangere und stillende Frauen sollten deshalb keinen Kontakt mit dem Narkosemittel haben und auch entsprechende Anwendungsräume nicht betreten.

Bezüglich der Umweltwirkungen weist das Ressort darauf hin, dass Isofluran nur ein niedriges Ozonabbaupotential habe. Würden - unrealistischerweise - alle männlichen Ferkel in Deutschland bei der Kastration damit betäubt, würden jährlich 3,97 t Isofluran benötigt; das entspräche einem CO2-Äquivalent von 1 390 t, dem eine Gesamtemission von 905 Mio t gegenüberstehe. Die tatsächliche Freisetzungsmenge sei jedoch durch technische Maßnahmen geringer; zudem würden nicht alle Ferkel unter Isofluran kastriert.

Quelle: AgE

Vet-consult Magazin

Vet-Consult E-Learning