Saubere Schweine bilden weniger Ebergeruch

Schwein
Quelle: pixelio

Bio-Schweine, die sauber sind und ein geringeres Schlachtgewicht haben, bilden weniger Ebergeruch.

Dies fand eine Doktorandin der Aarhus-Universität in Dänemark an 1700 Schweinen aus fünf verschiedenen Bio-Betrieben heraus. Die betäubungslose Kastration von Ferkeln wird in der EU ab 2019 nicht mehr erlaubt sein, was im Einklang mit den Bio-Richtlinien steht. Doch unkastrierte männliche Mastschweine bilden in unterschiedlich starkem Ausmaße die beiden Geruchsstoffe Androstenon und Skatol, die manche Menschen als unangenehm wahrnehmen.

Skatol kann durch Haut absorbiert werden
Bekannt ist, dass Androstenon ab einem bestimmten Gewicht in den Hoden gebildet wird. Die Schwelle für die Androstenonbildung, das ab einem Lebensalter von fünf Monaten im Fleisch nachweisbar ist, ist also ungefähr bei Lebendgewichten zwischen 60 und 80kg erreicht.
Doch dass auch die Sauberkeit der Schweine einen Einfluss auf die Geruchsausbildung hat, ist neu: Das im Darm gebildete und mit dem Kot ausgeschiedene Skatol kann vermutlich durch die Haut oder Lungen absorbiert werden, so Rikke Thomsen, Autorin der Studie. „Vermehrtes Wälzen im Draußenbereich führte zu einer höheren Konzentration von Skatol im Schlachtkörper, auch wenn es starke Unterschiede zwischen den Betrieben gab.” Verschmutzungen der Umgebung hatten keinen Einfluss auf die Androstenonkonzentration, jedoch bildeten Tiere mit hohem Verschmutzungsgrad vermehrt Skatol und Androstenon.
Auch hier waren große Unterschiede in den Betrieben zu sehen, aber die Autorin vermutet, dass eine Sauberhaltung der Außenbereiche die Ebergeruchsbildung vermindert.

Einfluss von Gruppengröße und Gruppierung auf das Wohlbefinden
Auch den Effekt der Gruppengröße auf das Wohlbefinden der Eber untersuchte Thomsen. Vorherige Studien haben bereits gezeigt, dass aggressives Verhalten in der Gruppe und Aufreiten das Wohlbefinden der Tiere erheblich einschränkt. In der vorliegenden Studie wurden die Tiere bei einem Gewicht von 30kg neu gruppiert, was im Vergleich zu Gruppen, die nur von 30 auf 15 Tiere reduziert wurden, zu nicht mehr Läsionen führte. In den um die Hälfte der Tierzahl reduzierten Gruppen fand Thomsen jedoch eindeutig weniger Verletzungen. Die Gruppengröße hatte jedoch keinen Einfluss auf die Aufreithäufigkeit. „Das weist darauf hin, dass das Sexualverhalten, was zum Aufreiten führt, nur wenig von der Umgebung beeinflusst wird, sondern eher vom Charakter des Schweins abhängt”, so Thomsen. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Bio-Eber im Allgemeinen unter tierfreundlicheren Haltungsbedingungen gehalten werden als konventionelle, da dieses Produktionssystem deren arttypische Verhalten ermöglicht und unterstützt.”


Zur Studie: “Management or organic entire male pigs – boar taint and animal welfare issues”
Bild: alf loidl  / pixelio.de




Vet-consult Magazin

Online-Kurse