Südbelgien: Zwei ASP-Fälle bei Wildschweinen

ASP in Belgien
Der Fundort liegt etwa 60 km von der deutschen Grenze entfernt. Bild: Google Maps

In den letzten Wochen hat sich die Schweinepest in Osteuropa immer weiter ausgebreitet. Nun wurden zwei Fälle in Belgien gemeldet. Die Anrainer Deutschland und Frankreich sind alarmiert.

Das belgische Bundesamt für Sicherheit in der Lebensmittelkette (AFSCA) informierte, dass zwei Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen festgestellt wurden. Die toten Tiere wurden in der Gemeinde Etalle in der südbelgischen Provinz Luxembourg gefunden. Die Behörde betont, dass der Virus keine Auswirkungen auf den Menschen hat und dass Belgien nach wie vor in Bezug auf Hausschweine als frei von ASP gilt.

Die zuständigen Stellen in Wallonien sind damit beauftragt worden, Sperrbezirke zu errichten und weitere erforderliche Maßnahmen umzusetzen.

Die Presseerklärung kann unter www.favv-afsca.be/professionnels/publications/presse/2018/2018-09-13.asp (auf französisch) abgerufen werden.

Klöckner: "Vorbereitungen für Krisenfall laufen"

"Die neue Situation nehme ich sehr ernst", sagte Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Ihr französischer Amtskollege Stéphane Travert forderte einen Aktionsplan für die Grenzregionen zu Belgien.

Das Ministerium rief Schweinehalter zur strikten Einhaltung von Hygieneverordnungen auf. Jäger wurden aufgefordert, verendet aufgefundene Wildschweine den jeweils zuständigen Behörden anzuzeigen.

Erreger durch den Menschen verschleppt?

Das für Tierseuchen in Deutschland zuständige Friedrich-Loeffler Institut schätzt das Risiko eines Eintrags der ASP weiterhin als sehr hoch ein. "Auf keinen Fall besteht Grund zur Panik, jedoch auf jeden Fall für höchste Aufmerksamkeit", sagte der FLI-Präsident Prof. Thomas Mettenleiter gegenüber agrarzeitung.de. Nach wie vor sei Deutschland frei von ASP, betonte er. Die weite Entfernung zwischen den bisher bekannten Fundorten in den Ländern des östlichen Europas und nun Belgien deute darauf hin, dass der Erreger nicht durch Wildschweine, sondern durch den Menschen verschleppt wurde, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des FLI. Bisher sei nicht bekannt, wie der Erreger nach Belgien gelangt sei. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass ein PKW oder Lkw durch Deutschland gefahren sei, bestätigte Mettenleiter.

Dänemark hatte bereits angekündigt, einen Grenzzaun zu Deutschland zu bauen, um zu verhindern, dass verseuchte Wildschweine in das Land kommen. Landwirte in Deutschland fürchten bei einem Ausbruch Milliardenschäden.

In Polen, Tschechien, Rumänien der Ukraine und die drei baltischen Staaten sind seit Anfang des Jahres Wild- und Hausschweine an der Seuche gestorben.

Quelle: SUS; Spiegel; dpa; agrarzeitung

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