Tierschutz

TVT: Zulassungspflicht für Elektrobetäubungsgeräte

Schlachtkörper
Eine Studie der LMU München sowie zahlreiche Erfahrungen aus der Überwachungspraxis zeigen, dass es schon jetzt bei der Elektrobetäubung von Schweinen häufig zu einer unzureichenden Betäubung kommt. Foto: Sebastian Karkus, pixelio.de

Etliche Schlachtbetriebe müssen aufgrund einer neuen EU-Verordnung neue elektrische Betäubungsgeräte anschaffen. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) fordert die tierschutzkonforme Prüfung der Geräte.

Bis Ende 2019 müssen etliche Schlachtbetriebe neue elektrische Betäubungsgeräte anschaffen, da eine EU-Verordnung die Verwendung vieler der vorhandenen Geräte nur noch bis dahin erlaubt. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. kritisiert, dass es für die Hersteller der Betäubungsgeräte und Fixierungsanlagen (inkl. CO2-Betäubungs- und Vollautomatische Anlagen) keine Verpflichtung gibt, die tierschutzkonforme Funktion ihrer Geräte vor Inverkehrbringen zu prüfen. Dies führt für die Betriebe zu Rechtsunsicherheiten und kann zu unzureichenden Betäubungen vor der Schlachtung und damit zu massiven Tierschutzproblemen führen.

Deshalb fordert die TVT in einem Brief an Bundesministerin Julia Klöckner, eine  Zulassungspflicht für Ruhigstellungs- und Betäubungsgeräte in die „Tierschutz-Schlachtverordnung" aufzunehmen. Bis zu einer verpflichtenden Zulassung solle ein freiwilliges Prüfsiegel eingeführt werden. Wirtschaftsbeteiligte sollen die Möglichkeit haben, Betäubungsgeräte bei einer unabhängigen Institution freiwillig prüfen zu lassen.

In den vergangenen Jahren hat die technische Entwicklung der elektrischen Betäubungsgeräte zusätzlich dazu geführt, dass es nunmehr deutlich mehr Möglichkeiten gibt, die komplexen Geräte zu programmieren und somit auch mehr Fehlerquellen auftreten. Die Ursachen für unzureichende Betäubungen sind hierbei für den Anwender als auch für das amtliche Kontrollpersonal häufig schwer zu erkennen und somit auch schwer abzustellen.

Laut TVT soll vor Inverkehrbringen unbedingt überprüft werden, dass die vorgeschriebenen Anzeigen, Warneinrichtungen und Aufzeichnungen funktionieren. Vor allem soll überprüft werden, ob die tatsächlich resultierenden Stromformen, Frequenzen und Strommodulationen überhaupt eine effektive Betäubung gewährleisten können.

Quelle: TVT

Foto: Sebastian Karkus, pixelio.de

Vet-Consult E-Learning