Parasitosen

Trichinellose: weltweit erkranken jährlich mehrere tausend Menschen

Internat Trichinellose Tagung

Auf der 14. Internationalen Trichinellose-Konferenz vom 14. - 18.09.15 am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin-Marienfelde diskutieren Experten aus 35 Ländern neue Forschungsergebnisse zu Diagnostik, Vorkommen und Überwachung der Fadenwürmer.

In Deutschland sind Ausbrüche von Trichinellose als lebensmittelbedingte Infektionskrankheit beim Menschen durch die seit 1937 obligatorische Trichinenuntersuchung und kontrollierte Hatungsbedingungen selten geworden. „Trichinellose-Ausbrüche hierzulande werden meist durch den Verzehr von rohem Wildschweinfleisch ausgelöst“, erklärt  Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). „Daher sollten Wildschweine lückenlos auf diesen Muskelparasiten untersucht und aus Wildfleisch hergestellte Produkte besser nicht roh verzehrt werden“.

Risikogebiete in Europa sind z.B. Rumänien, Bulgarien sowie die Länder des Baltikums. Hauptproblem ist, wenn dort bei Privatschlachtungen die Trichinenuntersuchung unterbleibt oder nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird und dann aus diesem Fleisch Rohprodukte zum Verzehr hergestellt werden.  Anzeichen einer Infektion sind im Anfangsstadium Mattigkeit, Schlaflosigkeit, Durchfall und Erbrechen. Nach etwa ein bis zwei Wochen treten die typischen Symptome wie Muskelverhärtung, Muskelschmerzen und Wassereinlagerungen (Ödeme) im Gesicht auf.

Trichinen-Larven werden beim Kochen und Braten sicher abgetötet, wenn das Fleisch im Kern eine Temperatur von 70 °C über mindestens 2 Minuten erreicht und dadurch die Farbe im Inneren grau ist.

Auf der Internationalen Trichinellose-Konferenz werden erstmals umfassende Sequenzierungsdaten aller bisher bekannten Trichinella-Arten vorgestellt. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Diskussion der Ergebnisse zur Genom- und Proteomforschung sein. Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen den genetischen, strukturellen und funktionellen Eigenschaften dieses Parasiten genauer zu verstehen, die Diagnostik zu optimieren und epidemiologische Zusammenhänge besser aufklären zu können.
Die Fachkonferenz wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft  (DVG), der Freien Universität Berlin (FUB) und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veranstaltet. 

weitere Informationen:[Link auf http://www.bfr.bund.de/cm/350/trichinellose_erkennung_behandlung_und_verhuetung.pdf]

Vet-consult Magazin

Online-Kurse