Politik

Übergangsfrist um zwei Jahre verlängern

Ferkel
Aus Sorge vor Abwanderung der Ferkelerzeugung ins Ausland soll in den kommenden zwei Jahren der geschulte Landwirt Tierarzneimittel zur Kastration selbst anwenden. Foto: Zaspel

Die Koalitionsfraktionen haben sich auf einen Gesetzentwurf verständigt, mit dem die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration um zwei Jahre verlängert wird.

Wie die CDU/CSU mitteilt, solle die zweijährige Übergangsfrist jetzt genutzt werden, um tierschutzgerechte Alternativen für die Praxis zu erarbeiten. Sie erwarte, dass diese Aufgabe von allen Beteiligten mit Hochdruck angegangen wird. Insbesondere soll es dem geschulten Landwirt ermöglicht werden, Tierarzneimittel selbst anzuwenden.

Die Regierungspartei sieht insbesondere die lokale Betäubung des Tieres durch den Landwirt selbst als eine in der Praxis leicht umzusetzende Methode. Diese werde bereits heute bei den europäischen Nachbarn erfolgreich angewendet. Bislang seien bei alternativen Verfahren wie der Betäubung mit dem Tierarzneimittel Isofluran Fragen des Anwenderschutzes noch nicht abschließend geklärt. Zudem soll mit einer Aufklärungskampagne für eine größere Akzeptanz für Schweinefleisch werben, das mit alternativen Methoden erzeugt wird. 

In der Mitteilung der CDU/CSU-Internetseite wird die Immunokastration mit keinem Wort erwähnt. Es erfolgt nur ein Hinweis auf das Verbraucherverhalten, das letzlich über das Tierwohl entscheide. Alternative Verfahren werden bislang von Handel und Verbraucher nicht akzeptiert, so Gitta Connemann, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Am Mittwoch soll ein entsprechender Entwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes vom Bundeskabinett beschlossen werden.

Bis Mitte nächsten Jahres sollen in Abstimmung mit den Tierärzten Schulungsprogramme für die Landwirte zur Durchführung der verschiedenen alternativen Verfahren und Methoden zur betäubungslosen Ferkelkastration erstellt und ab 1. September 2019 angeboten werden können. Zudem soll die Regierung dem Ernährungsausschuss über die Fortschritte zur Einführung alternativer Verfahren und Methoden zur betäubungslosen Ferkelkastration berichten.

Quellen: CDU/CSU, AgE

Vet-Consult E-Learning