Ferkelkastration

Vollnarkose durch Laien ermöglicht

Bundesrat Berlin
Es ist entschieden: nach einer entsprechenden Schulung dürfen Landwirte zukünftig selbst die Betäubung der Ferkel durchfürhen. Foto: Jan Koehler, pixelio.de

Der Tierarzt-Vorbehalt zur Anwendung der Isofluran-Narkose bei der Ferkelkastration wurde aufgehoben. Der Bundesrat hat für die Ferkelbetäubungssachkundeverordnung gestimmt.

Um die Betäubung der Ferkel in Zukunft selbst durchzuführen, müssen die Landwirte unter anderem für den notwendigen Sachkundenachweis mindestens zwölf Lehrgangsstunden mit abschließender mündlicher und schriftlicher Prüfung absolvieren. In regelmäßigen Abständen muss eine Fortbildung erfolgen. Die Narkosefähigkeit der Tiere ist vorab zu prüfen.

Ebenfalls geregelt wurde die Förderung dieser Kastrationsalternative. So sollen die Landwirte für den Kauf der rund 10.000 € teuren Geräte Zuschüsse erhalten, sofern diese die Anforderungen an den Tier- und Arbeitsschutz gerecht werden. Außerdem müssen die Geräte über eine manipulationssichere Dokumentationstechnik verfügen, die die Anzahl der Behandlung erfasst.

Damit steht den Schweinehaltern neben der Ebermast und der Immuno-Kastration eine weitere Alternative zur bisherigen Praxis der betäubungslosen Kastration zur Verfügung. Die Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. begrüßt die Entscheidung.

Die Herbstdelegiertenversammlung der Bundestierärztekammer hatte erneut massive Kritik an der "FerkBetSachkV" geübt und sieht mit der Verordnung das Ziel verfehlt, den Tierschutz in der Ferkelkastration zu verbessern.

Foto: Jan Koehler, pixelio.de

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