Tierwohl

Wissenschaft erforscht Gefühle beim Schwein

Eine Frage der Haltung

Das BMEL fördert das Forschungsprojekt "FeelGood" der Universität Kiel, in dem ein umfassendes Verständnis der Gefühlswelt von landwirtschaftlichen Nutztieren am Beispiel von Hausschweinen erlangt werden soll.

Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft hat den Zuwendungsbescheid in Höhe von 215.000 Euro für das Forschungsvorhaben "Erfassung positiver Emotionen beim Schwein (FeelGood)" übergeben. Das Institut für Tierzucht und Tierhaltung an der Universität Kiel wird wissenschaftlich erforschen, wie sich landwirtschaftliche Nutztiere in bestimmten Situationen fühlen. Bislang fehlen auch zuverlässige und praxistaugliche Indikatoren zur objektiven Beurteilung von Emotionen wie Angst, Wut, Glück, Trauer und Abscheu. Schweinen und Rindern werden aber durchaus komplexere Emotionen wie Anspannung, Stress, Aufregung oder Zufriedenheit und Entspannung zugesprochen. Die Wissenschaftler möchten geeignete zuverlässige und praxistaugliche Parameter zur Erfassung des Emotionszustandes entwickeln.

Die objektive Messung von Tierwohl ist durch das gesteigerte Interesse und die lauter werdende Kritik an der konventionellen Landwirtschaft in unserer Gesellschaft und somit auch für die Politik ein wichtiges Anliegen geworden.

Tierwohl ist ein multidimensionaler Komplex, der aus drei Faktoren besteht:

  • Gesundheit und biologische Funktionalität,
  • der Möglichkeit, artgemäßes Verhalten auszuleben und
  • dem Gemütszustand.
Die Beurteilung des Gemütszustandes und positiver Emotionen stellt derzeit eine große Herausforderung dar, weil ihre Bedeutung erst in den letzten Jahrzehnten wissenschaftliche Anerkennung erlangt hat. Nur mit der Berücksichtigung positiver Emotionen kann Tierwohl insgesamt messbar gemacht werden.

Eine Frage der Haltung
Im Rahmen der Initiative "Eine Frage der Haltung - neue Wege für mehr Tierwohl" stärkt das BMEL die Forschung für mehr Tierwohl. Zu den geförderten Forschungsprojekten zählen unter anderen beispielsweise Projekte zur Entwicklung und standardisierten Bewertung von Tierschutzindikatoren, für die Verbesserung der Haltungssysteme und zu den gesellschaftlichen Erwartungen an die Tierhaltung.

Im Rahmen seiner Förderprogramme (insbes. Innovationsförderung, BÖLN, Modell und Demonstrationsbetriebe Tierschutz) hat das BMEL seit 2010 Forschungs-, Modell- und Demonstrationsvorhaben mit über 150 Millionen Euro gefördert. Im Rahmen der Förderung von Innovationen zur Bewertung der Tiergerechtheit und des Tierwohls in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung unter Einsatz geeigneter Indikatoren fördert das BMEL insgesamt 17 Forschungsvorhaben mit einer Fördersumme von 11,5 Millionen Euro, wobei die Gesamtkosten der Vorhaben bei 14,2 Millionen Euro liegen.

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

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