Colistin-Einsatz soll halbiert werden

Schwein
In der Ferkelaufzucht ist Cholistin ein wichtiges Mittel gegen Durchfall. Bild: Heil

Die Diskussion um den Einsatz von Reserveantibiotika und den Vorbehalt für die Humanmedizin kommt immer wieder auf. Zu diesen Mitteln zählt auch der Wirkstoff Colistin, das in der Ferkelaufzucht ein wichtiges Mittel gegen E.Coli-Durchfall ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Reserveantibiotika neu definiert und hält gerade Colistin als besonders schützenswert für die Humanmedizin, da es dort ein wichtiges Notfallmedikament bei schweren Infektionen ist. Der Verbrauch in der Tiermedizin soll sich deshalb um mindestens die Hälfte reduzieren. Einige Humanmediziner fordern sogar ein komplettes Verbot.

Ein Verbot von Colistin bei Schweinen hätte gravierende Auswirkungen. So sehen praktische Tierärzte der starken Reduzierung oder dem Verzicht kritisch entgegen, besonders wenn das gut wirksame Mittel gegen schlechter wirkende mit höherer Resistenzlage ersetzt werden soll. Der Anteil von Colistin am gesamten Antibiotikaverbrauch für Schweine und Geflügel in Deutschland beträgt etwa 8,5 %, vor 5 Jahren war der Einsatz noch fast doppelt so hoch.

Nachbarländer wie Holland und Dänemark zeigen mit Anteilen von 1 % aber deutlich geringere Werte. Hier wird allerdings Zinkoxid als Alternative bei Darmerkrankungen eingesetzt, welches in Deutschland für den therapeutischen Einsatz nicht erlaubt ist. Zwar gibt es noch keine konkreten EU-Forderungen zum Colistinverbot, dennoch sollten Schweinehalter intensiv nach Alternativen suchen. Der Einsatz von stallspezifischen Vakzinen, Probiotika und pflanzlichen Wirkstoffen wird immer wichtiger.

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