Kongress

Amerikanische Tierärzte unter Druck

Der AABP-Kongress fand in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie und Unruhen auf der Straße (Black Lives Matter) 100% virtuell statt.

Ende September fand die 53. Jahreskonferenz der American Association of Bovine Practitioners (AABP) in Louisville, Kentucky statt. Die als hybrid geplante Traditionsveranstaltung amerikanischer Rindertierärzte musste aufgrund von Unruhen in der Stadt innerhalb weniger Stunden auf 100% virtuell umgestellt werden. Hintergrund der Proteste auf der Straße war die der gewaltsame Tod einer farbigen Frau durch die Polizei.
Das beeinträchtigte das wissenschaftliche Programm wenig. Nur die Teilnehmerzahlen fielen deutlich geringer aus. Am PC verfolgten rund 1000 Tierärzte (davon 11 aus dem Ausland) und 260 Studierende die dreitägige Konferenz und diskutierten online mit den Referenten. Neben wissenschaftlichen Fachthemen im Bereich der Rinderkrankheiten, Kuhkomfort und Kälbergesundheit, die wir auf vet-consult in den nächsten Wochen präsentieren werden, wurde auch die psychische Gesundheit von Tierärzten in der Praxis mehrmals angesprochen. Ein Psychologe, der mit einer Rindertierärztin verheiratet ist, stellte in seinem Vortrag fest:
Die Selbstmordrate bei männlichen und weiblichen Tierärzten zwei bis viermal höher ist als in der restlichen Bevölkerung.
Josh Tanguay, Psychologe
Dr. Calvin Booker wies auf die neue Initiative des AABPs hin. In der Facebook-Reihe „Humans of AABP“ beschreiben Tierärzte anonym, mit welchen Problemen sie in der Praxis konfrontiert werden. Wir hoffen, dass der offene Umgang mit Problemen, den Kollegen zeigt, dass sie mit ihren Themen nicht allein sind.
Der AABP ist eine non-profit Organisation, die durch Mitgliedsbeiträge finanziert wird. Sie präsentiert Fachinformationen für Rindertierärzte in Nordamerika und anderen Ländern. Mehr:  https://aabp.org 

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