Forschung

Aus der Praxis in die Forschung

Eine Tierärztin suchte sich nach mehrjähriger Praxistätigkeit eine neue Herausforderung. Dafür ließ sie sich coachen. Jetzt holt sie ihre Promotion nach.

Dona Blankenstein ist in Köln aufgewachsen und wollte schon immer Tierärztin werden. Mit besten Abiturnoten konnte sie dann auch direkt 2002 an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover mit dem Studium beginnen. Ohne familiären, tierärztlichen Background interessierte sie sich erstmal für Pferde. Der Job als Bremserin in der Klauentierklinik brachte dann auch das Interesse und erstes Wissen über landwirtschaftliche Nutztiere.
Nach dem Studium ging es direkt in die Praxis. Sie startete in einer großen Rinderpraxis (agro prax) in Norddeutschland, lernte, was Bestandsbetreuung in der Praxis bedeutete und spezialisierte sich in der Reproduktion. In der Zeit hat sie viel über tiermedizinische und landwirtschaftliche Zusammenhänge gelernt. Ihr gefielen die internen Seminare mit nationalen und internationalen Referenten und der fachliche Austausch mit den Kollegen. Die Arbeit machte Spaß und auch privat ging es ihr gut. Sie wohnte bei ihrem Freund, der als Herdenmanager auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Niedersachsen arbeitete.

Zeit für eine Auszeit

Als ihr Partner jedoch seine Anstellung in Niedersachsen aufgab, um in Mecklenburg-Vorpommern zu arbeiten, kündigte Dona in der Tierarztpraxis und zog erstmal mit. Zunächst arbeitete sie im Betrieb ihres Freundes. Später versuchte sie sich ein bisschen in Kleintiermedizin.
Doch das schien ihr alles nicht das Richtige zu sein. Sie recherchierte im Internet und stieß auf ein ­Coaching-Angebot speziell für Tierärzte in München. Sie nahm Kontakt mit dem Hardenberg-Institut auf. Sie erfuhr, dass sie Anspruch auf einen Coaching-Gutschein von der Agentur für Arbeit zur beruflichen Neufindung hat. Einzige Voraussetzung: Sie musste arbeitslos sein. Das war sie!
Nach der Beantragung der Maßnahme bei der Agentur für Arbeit fuhr sie nach München, um ihren Coach kennenzulernen. Es folgten zwei Gespräche vor Ort, später am Telefon. Dabei ging es unter anderem um Arbeitsmöglichkeiten in der Tiermedizin. Sie absolvierte einen Persönlichkeitstest. In dem mehrwöchigen Programm stellte sich heraus, dass die Erstellung einer Doktorarbeit noch immer ein Thema für sie war. Gemeinsam suchte man geeignete Stellen für eine Promotion. Der Coach half bei den Formalien der Bewerbung und der Vorbereitung des Bewerbungsgespräches.

Endlich promovieren

Im Februar 2019 bewarb sich Dona auf eine Anzeige für eine Doktorandenstelle am Institut für ­Fortpflanzung landwirtschaftlicher Nutztiere (IFN)-­Schönow e. V. und bekam den Job. Jetzt promoviert sie zum Thema „Einfluss von Laktobazillen auf die Uterusgesundheit“.
Neben der Forschungsarbeit für die Promotion ist sie für die Aus- und Weiterbildung von Besamungstechnikern in Sachen Reproduktion zuständig. Sie mag die neuen Kollegen und das lockere, freundliche Betriebsklima. Außerdem bietet ihr das Institut viele Möglichkeiten der fachlichen Weiterbildung. Privat pendelt sie jetzt zwischen Mecklenburg und dem IFN im Norden von Berlin. Sie führt eine Wochenendbeziehung: Manchmal fällt es ihr schwer, Freund, Katzen und Garten allein zu lassen und sonntagabends in ihr Auto zu steigen. Doch der neuen Job macht ihr Spaß und darum nimmt sie das Pendeln gern in Kauf.

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