DVG Fachgruppe Eutergesundheit

Laborvergleich: 4 Milchproben im Test

DVG Arbeitsgruppe Eutergesundheit vergleicht Probenergebnisse von acht Mastitislaboren in Deutschland und findet Unterschiede in der diagnostischen Tiefe.

Die zytobakteriologische Untersuchung von Milchproben ist in der Mastitisdiagnostik weit verbreitet eine wichtige Säule in der tierärztlichen Beratung. Sie dient dazu Bakterien zu identifizieren und den Zellgehalt der Einzelprobe zu bestimmen.
Die DVG Fachgruppe Milchhygiene hat 2019 eine Vergleichsuntersuchung durchgeführt, um sich ein Bild von der Untersuchungsqualität der verschiedenen Mastitislabore in Deutschland zu machen. Acht Labore haben dafür jeweils vier identische Milchproben zugesandt bekommen. Diese sind möglichst unbemerkt in die Untersuchungsroutine eingeschleust worden.

Gute Übereinstimmung

Ergebnis:  Die Übereinstimmungswerte hinsichtlich Erregerbestimmung und Zellgehalt und der Ergebnisse der Antibiogramme zwischen den teilnehmenden Laboren war gut.
So lag beispielsweise die Übereinstimmung der teilnehmenden Labore in Bezug auf S. aureus sowie T. pyogenes bei 100 %. Bei Sc. uberis lag die Übereinstimmung bei 88 %. Nur eines der acht Labore wies hier „Nicht-aureus-Staphylokokken“ (NAS, ehemals KNS) aus.

Hier wächst S. aureus auf dem Blutagar. (Bildquelle: Weerda )

Unterschied bei der diagnostischen Tiefe

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die teilnehmenden Labore aufgrund des hohen Maßes an Standardisierung der Untersuchungsverfahren zuverlässige Ergebnisse liefern. Berücksichtigt werden muss jedoch, dass es sich um eine Vergleichsuntersuchung mit einer kleinen Probenzahl handelt und es einige Unterschiede hinsichtlich der diagnostischen Tiefe zwischen den Laboren gab.
Mehr diagnostische Tiefe ist jedoch nur in dem Maße für den Praktiker von Nutzen, wie sich daraus praktische Maßnahmen ableiten lassen. Die diagnostischen Möglichkeiten übersteigen dabei häufig die Zahl differenzierter Maßnahmen bezüglich Mastitistherapie und -prävention.

Kontinuierliche Testung

Kontinuierliche Vergleichsuntersuchungen sind ein gutes Instrument, um die Analyse und die Befunde der Labore langfristig weiter zu vereinheitlichen und so die Untersuchungsqualität der Mastitislabore durch selbstkritische Überprüfung der eigenen Arbeit noch weiter zu verbessern.

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