Kartellrecht

Auflagen für Elanco bei Bayer-Kauf 

Die Europäische Kommission hat den Verkauf der Tiergesundheitssparte Bayer AG (BAH) an das US-amerikanische Unternehmen Elanco Animal Health Inc. genehmigt. Der Beschluss ist allerdings an Auflagen geknüpft. 

Elanco Animal Health Inc. darf die Tiergesundheitssparte von Bayer übernehmen, teilte die Europäische Kommission mit. Der Behörde zufolge wird mit der Übernahme das zweitgrößte Tiergesundheitsunternehmen der Welt entstehen. Daher sei die Übernahme an die Auflage geknüpft, dass verschiedene Arten von Parasitiziden sowie Mittelohrentzündungsprodukte an andere Unternehmen „im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), im Vereinigten Königreich und weltweit veräußert“ werden müssen.
Die EU-Kommission stellte fest, dass der Zusammenschluss in der ursprünglich angemeldeten Form in einer Reihe von Ländern des EWR sowie im Vereinigten Königreich kartellrechtlich „bedenklich gewesen wäre“. Insbesonders der drohende eingeschränkte Wettbewerb bei Antikokzidialen für Wiederkäuer sowie bei Parasitiziden für Haustiere bereitete den EU-Kartellwächtern Bauchschmerzen, da beide Unternehmen auf diesen Märkten eine starke Marktposition innehaben. Zudem gebe es auf diesen Märkten „nur eine begrenzte Zahl von Konkurrenten“. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass für die betreffenden Arzneimittel und die in diesem Fall beteiligten Tiergruppen der Wettbewerb zwischen den Anbietern aufgrund der nationalen Regulierungs- und Vertriebssysteme in der Regel auf nationaler Ebene stattfinde.

Vecoxan auf der Verkaufliste

Zugleich kam die Kommission aber auch zu dem Schluss, dass für die Mehrzahl der von Elanco und der Tiergesundheitssparte Bayer AG veräußerten Produkte keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken bestehen. Aufgrund der Brüsseler Anliegen hätten die beiden Antragssteller angeboten, Produkte sowie auch die sich in der Entwicklung befindlichen Erzeugnisse gegen Mittelohrentzündung, Antikokzidiale und Parasitiziden für Haustiere im EWR und Vereinigten Königreich an einen oder mehrere geeignete Käufer zu veräußern. Dazu gehörten auch alle erforderlichen Vermögenswerte wie geltende Lizenzen, Verträge und Marken sowie einschlägige Studien und Daten. Betroffen ist unter anderem das für Wiederkäuer entwickelte Antikokzidial Vecoxan von Elanco. Mit diesen Zugeständnissen seien alle wettbewerbsrechtlichen Bedenken „in vollem Umfang ausgeräumt“.
Quelle: AgE

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