Impfstoffe

Bestandsspezifische Vakzine: FLI informiert

Um Lücken bei Verfügbarkeit und Wirkung von Impfstoffen zu schließen, können in der Tiermedizin bestandsspezifische Vakzine eingesetzt werden.

Bestandsspezifische Impfstoffe stellen ein Instrument zur Immunprophylaxe bei Tieren dar, sofern
  • die Impfung nicht verboten ist,
  • zugelassene Impfstoffe national oder in den Mitgliedsstaaten der EU nicht verfügbar
  • oder nachgewiesenermaßen nicht wirksam sind.
Sie werden aus einem oder mehreren aus dem zu impfenden Betrieb stammenden Erregerisolaten hergestellt und dürfen nur als Inaktivatimpfstoffe eingesetzt werden. Um die Herstellung bestandsspezifischer Impfstoffe in einem sinnvollen Zeit- und Kostenrahmen zu ermöglichen, sind sie von der Zulassungspflicht ausgenommen. Zulassungsstudien zur Wirksamkeit und Verträglichkeit werden daher nicht durchgeführt.
Um einen möglichen, durch nicht zugelassene Impfstoffe verursachten Schaden räumlich und zahlenmäßig zu begrenzen, dürfen diese Impfstoffe gemäß Tierimpfstoff-Verordnung nur in demselben Bestand eingesetzt werden, aus dem das jeweilige Erregerisolat stammt. Bestandsspezifische Impfstoffe sind verschreibungspflichtig und die Herstellung darf nur von Tierärzten in Auftrag gegeben werden. Sie bieten Flexibilität, um mögliche Lücken in der Immunprophylaxe bei Tieren zu schließen.
Gleichzeitig nehmen sie Tierärzte ungleich stärker in die Pflicht als regulär zugelassene Impfstoffe, da es letztlich in der Verantwortung der/s beauftragenden Tierarztes/-ärztin steht, das richtige Erregerisolat auszuwählen. Er/Sie hat sicherzustellen, dass die Produkte korrekt angewendet werden und eine Kontrolle des Anwendungserfolges durchzuführen.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Tragen Sie sich jetzt ein und wir senden Ihnen automatisch weitere Artikel zu