Europäische Union

EU beschließt Reglementierung des Antibiotikaeinsatzes

Nicht nur in Deutschland, auch in der Europäischen Union müssen sich jetzt Tierärzte und Tierhalter auf strengere Regeln für die Abgabe und den Einsatz von Antibiotika einstellen.

Im Trilog verständigten sich EU-Kommission, Rat und Europaparlament darauf, dass bei Erkrankung eines Tieres im Bestand die noch gesunden Tiere nicht mehr prophylaktisch mit Antibiotika behandelt werden dürfen. Dies soll in Zukunft nur noch in absoluten Ausnahmefällen und lediglich für Einzeltiere erlaubt sein. Des Weiteren sollen Reserveantibiotika ausschließlich dem Menschen vorbehalten bleiben.
Vorgesehen ist außerdem, dass Tierärzte dazu verpflichtet werden, eine dokumentierte Rechtfertigung im Falle einer prophylaktischen oder metaphylaktischen Verschreibung von antimikrobiellen Mitteln auszustellen. Voraussetzung dafür ist eine klinische Untersuchung des betreffenden Tieres.
Der Europaabgeordnete Fredrick Federley von der Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) bezeichnete das Ergebnis der Trilog-Verhandlungen als „historische Entscheidung“. Tiere und Menschen würden gleichermaßen geschützt. Es sei besonders wichtig, dass „unnötiger Einsatz von Antibiotika, die den Viehzuchtsektor überschwemmen“, gestoppt werde. Federley gab in den Zusammenhang zu bedenken, dass ein großer Prozentsatz der in den USA verwendeten Antibiotika dort in der Nutztierhaltung eingesetzt werde. „Daher ist es wichtig, dass Fleisch, das in die EU importiert wird, denselben strengen Anforderungen unterliegt wie die in der EU produzierten Produkte“, betonte der schwedische Zentrumspolitiker.
Die Abstimmung im federführenden EU-Umweltausschuss ist für den 20. Juni angesetzt. Das Parlamentsplenum wird sein Votum zu den neuen Regelungen voraussichtlich im September oder Oktober abgeben.
Quelle: AgE




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