Coronavirus

EU-weite Meldepflicht für infizierte Nerze

Dänemark fordert eine EU-weite Meldepflicht für Coronainfektionen bei Nerzen. Derweil verteidigt die Regierung die bisherige Tötung der COVID-infizierten Tiere.

Eine EU-weite Meldepflicht für Coronavirus-Infektionen bei Zuchtnerzen hat Dänemark gefordert. Wie der zwischenzeitlich zurückgetretene Landwirtschaftsminister des Landes, Mogens Jensen, bei der Videokonferenz der EU-Agrarminister feststellte, wäre sowohl eine Meldung an die EU Kommission als auch an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) dringend geboten.
Es handelt sich (…) um eine gefährliche Zoonose, die, sollte sie mutieren, an Gefährlichkeit deutlich zunehmen könnte“
Mogens Jensen, ehem. Landwirtschaftsminister Dänemark

Unterstützung und Kritik

Unterstützung erhielt der Däne für seinen Vorschlag unter anderem aus Frankreich, Polen und den Niederlanden, die zudem ein koordiniertes europäisches Vorgehen einforderten. Die Haager Landwirtschaftsministerin Carola Schouten pochte in Richtung Kommission auf die Errichtung eines harmonisierten EU-Kontrollprogramms.
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner stellte derweil fest, dass es aufgrund der gesetzlichen Regelungen in Deutschland keine kommerziellen Nerzfarmen mehr gebe. Sie empfahl ihren Ressortkollegen, auch in ihren Ländern darauf zu verzichten. Gegenwärtig gibt es neben Dänemark noch in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Lettland, Polen sowie Finnland kommerzielle Nerzfarmen.
An der Keulung des schätzungsweise bis zu 17 Millionen Tiere umfassenden Nerzbestandes hält die Regierung mit Hinweis auf mögliche Risiken für die öffentliche Gesundheit fest. Der frischgewählte Präsident des Dachverbandes der dänischen Land- und Ernährungswirtschaft, Søren Søndergaard, rechnet nicht damit, dass die heimische Nerzproduktion in absehbarer Zeit wieder auf die Füße kommen wird. Umso schwerer sind nach seiner Einschätzung die wirtschaftlichen Folgen für die Betriebe.
Quelle: AgE

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