Forschung

FLI entschlüsselt Vogelgrippeviren

Die Entstehung und Verbreitungswege von neuen Virusstämmen kann mithilfe neuer Ergebnisse besser überwacht werden. Das kann helfen, Haus – und Wildvögel vor neuen Viren zu schützen.

Die Rückverfolgung neuer Vogelgrippeviren ist durch moderne Analysen der Genomdaten möglich. Wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) am Montag vergangener Woche (10.8.) mitteilte, ist es im Rahmen der internationalen Forschungsarbeit „Global Consortium for H5N8 and Related Influenza Viruses“ zusammen mit dem Erasmus University Medical Center und der Universität Edinburgh gelungen, durch mathematische Analysen eine Rückverfolgung der Entstehung und Verbreitung neuer Varianten der Vogelgrippe durchzuführen.
Durch moderne Sequenziermethoden und neue Auswertungsverfahren können nun nicht nur die Entstehung neuer Virusstämme verfolgt, sondern auch Verbreitungswege nachvollzogen und erste Aussagen zur Gefährlichkeit gemacht werden. Die Studienergebnisse liefert laut FLI wichtige Erkenntnisse zur Verbesserung der Überwachung möglicher Eintragswege für neue Viren und dient damit dem Schutz von Haus- und Wildvögeln.

Mathematische Formeln schätzen genetischen Austausch

Die Wissenschaftler interpretierten dabei eine große Zahl an Genomsequenzen aus Virusproben, die während des bisher größten Ausbruchs der hochpathogenen Vogelgrippe in den Jahren 2016 und 2017 in der ganzen Welt gesammelt wurden. Damit konnten sie damit zahlreiche neue Virusvarianten beschreiben, die durch den Austausch einzelner Abschnitte des Virusgenoms entstanden sind. Sie benutzten dabei mathematische Methoden, mit denen sie abschätzen konnten, wann und wo das Virus bei Wild- oder Hausvögeln genetisches Material mit anderen Viren ausgetauscht hatte. So ließen sich Aussagen darüber treffen, in welcher Vogelgruppe die neuen Varianten entstanden sind, und anhand der Genomsequenzen konnte verfolgt werden, wie sich die Virusstämme von infiziertem Hausgeflügel in Asien über wilde Zugvögel bis nach Europa ausbreiteten.
Die Studie stützte sich dabei auf vollständige Genomsequenzen, die Mitglieder des Konsortiums in öffentlichen Datenbanken geteilt haben. „Die Aufklärung der Genomsequenzen von Viren ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden“, erläuterte der Leiter des FLI-Instituts für Virusdiagnostik, Prof. Martin Beer.
Quelle: AgE
 
 

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