Gesunde Tiere benötigen keine Antibiotika

QS setzt auf die Verknüpfung von Tiergesundheitsdaten als Frühwarnsystem. In den tierhaltenden Betriebe konnte der Antibiotikaeinsatz seit 2015 um über ein Drittel (35,6 %) reduziert werden.

Die Maßnahmen der Tierhalter und Tierärzte mit dem Ziel, die Antibiotikagaben zu senken, greifen. Die Antibiotikazahlen bei allen Tierarten in den QS-Betrieben sind weiterhin rückläufig. Das QS-Antibiotikamonitoring unterstützt in seiner Funktion als Managementtool im QS-System Tierhalter und Tierärzte dabei, das Niveau der Tiergesundheit stetig weiter anzuheben und den verantwortungsvollen Umgang mit und Einsatz von Antibiotika sicherzustellen. Kranke Tiere müssen aber auch in Zukunft behandelt werden.
Aktuell arbeitet QS an einer Tiergesundheitsdatenbank als Beratungstool und Frühwarnsystem zur Tiergesundheit. Darin werden Daten zu Antibiotikaeinsatz, Biosicherheit, Tierhaltung und Befunddaten so verknüpft, dass Landwirte, Tierärzte und Berater Zusammenhänge erkennen und Schlüsse daraus ziehen können. Dies soll auch dazu beitragen, den Antibiotikaeinsatz noch weiter zu senken.

Daten nutzen und Tiergesundheit stabilisieren

QS liegen umfassende Daten aus 95 Prozent aller Schweine und Geflügel haltenden Betriebe vor. Das sind Zahlen aus dem Salmonellen- und Antibiotikamonitoring sowie die Schlachtbefunddaten aus den Schlachtbetrieben. Diese Daten wird QS miteinander verknüpfen, spezifisch aufbereiten und den tierhaltenden Betrieben zur Nutzung zur Verfügung stellen. Gemeinsam können Tierhalter und Tierärzte damit frühzeitig Schwachstellen in ihren Betrieben erkennen und die Gesundheit der Nutztiere nachhaltig stabilisieren. Nur wenn wir alle Faktoren berücksichtigen, die auf die Tiergesundheit einwirken, können wir mit vorbeugenden Maßnahmen die Tiergesundheit verbessern und die Antibiotikagaben noch weiter senken, erläutert Thomas May, verantwortlich für die Monitoringprogramme und Befunddatenerfassung bei QS, die geplante Verknüpfung der Daten. Für die Rinderhalter im QS-System werden die Erfassungssysteme für Antibiotikaverschreibungen und Befunddaten aktuell eingerichtet und in einer Projektphase getestet.

Mit engmaschigen QS-Analysen Reaktionsvorteil schaffen

In den tierhaltenden Betrieben des QS-Systems konnte der Antibiotikaeinsatz seit 2015 um über ein Drittel (35,6 %) reduziert werden. Das belegen die aktuellen Quartalszahlen des QS-Antibiotikamonitorings. Gleiches gilt für die Reserveantibiotika, hier konnten die eingesetzten Mengen um 32,6 Prozent reduziert werden. Durch die quartalsweise Auswertung und einen separaten Therapieindex für kritische Antibiotika erhalten die Betriebe im QS-System eine engmaschige Analyse für ihren Bestand und können so zeitnah reagieren und mit geeigneten Maßnahmen gegensteuern.

Die Grenze der Optimierung scheint erreicht 

Insgesamt bestätigt sich der Trend, dass die Schweinehalter den Antibiotikaeinsatz auf niedrigem Niveau kaum noch senken können. Seit gut zwei Jahren pendeln sich die Zahlen allerdings auf einem gleichbleibenden, niedrigen Niveau ein. Dies bestätigen auch die aktuellsten Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit mit Antibiotika in der Ferkelaufzucht und Schweinemast, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) kürzlich veröffentlicht hat. Demnach lag die Kennzahl 1 (Median) bei den Aufzuchtferkeln bis 30 kg Lebendgewicht im zweiten Halbjahr 2019 bei 2,68. Das ist minimal höher als zuvor. Auch die Kennzahl 2 (3. Quartil) lag mit 10,09 auf dem zuletzt erreichten Niveau. Bei den Mastschweinen stabilisierten sich die Zahlen zum Antibiotikaeinsatz ebenfalls auf dem niedrigen Niveau, wobei zuletzt eine minimale Erhöhung der Werte ähnlich wie in der Ferkelaufzucht zu sehen war.
Quelle: QS; SUS

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