Zukunftskommission Landwirtschaft

Keine Tierärzte in der Zukunftskommission 

32 Mitglieder wurden in die Kommission Landwirtschaft berufen, darunter jedoch keine Tierärzte. Das stößt auf Kritik.

 
Die Bundesregierung hat 32 Mitglieder in die Zukunftskommission Landwirtschaft berufen. Das Gremium soll praxistaugliche Empfehlungen für Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz erarbeiten. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Peter Strohschneider soll die Kommission im Herbst 2020 einen Zwischenbericht und im Sommer 2021 einen Abschlussbericht vorlegen. 
Die Zusammensetzung der Zukunftskommission Landwirtschaft stößt auf Kritik. Die agrarpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Dr. Kirsten Tackmann, monierte vergangene Woche, dass weder der tierärztliche Berufsstand noch eine tierärztliche Wissenschaftseinrichtung in der Kommission vertreten sei. Aus ihrer Sicht dokumentiert dies „entweder Unwissenheit oder Ignoranz gegenüber den Problemen in der Tierhaltung - oder beides“.
Der Parlamentarische Staatssekretär vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Uwe Feiler, hatte zuvor in seiner Antwort auf eine schriftliche Tackmann-Frage mitgeteilt, dass Mitglieder der Zukunftskommission auch tierärztlichen Sachverstand vorweisen könnten. Darüber hinaus habe das Gremium jederzeit die Möglichkeit, externen Sachverstand bei Bedarf hinzuzuziehen. Die Linken-Politikerin äußerte indes ihr Unverständnis über die Antwort.
Das Kabinett hatte Anfang Juli die Einsetzung der Zukunftskommission beschlossen und 32 Mitglieder berufen. Geleitet wird das Gremium vom ehemaligen Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Prof. Peter Strohschneider. Man befinde sich in der organisatorischen Vorbereitung, hieß es vergangene Woche im Bundeslandwirtschaftsministerium, wo die Geschäftsstelle angesiedelt ist. Einen Termin für die erste Zusammenkunft gebe es noch nicht. Laut Zeitplan soll die Kommission im Herbst einen Zwischenbericht vorlegen; bis zum Sommer nächsten Jahres soll sie ihre Arbeit abschließen.

Tierärztlicher Sachverstand unverzichtbar

Zur Bewältigung von Bedrohungen, zum Beispiel durch zoonosebedingte Pandemien oder die vor der Tür stehende Afrikanische Schweinepest (ASP), werde tierärztlicher Sachverstand gegenwärtig dringend benötigt, erklärteTackmann. Außerdem sei inzwischen breit anerkannt, dass der One-Health-Ansatz zwingend zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft gehöre. Die Abgeordnete warf der Bundesregierung vor, sie ordne die Tierärzteschaft unter „Sonstige“ ein, die bei Bedarf zusätzlich in die Arbeit der Kommission einbezogen werden könnten. Dies sei „ein Schlag ins Gesicht aller, die sich tagtäglich fachkompetent für mehr Tiergesundheit, besseren Tierschutz, gesundheitlichen Verbraucherschutz oder eine Reduzierung der Resistenzrisiken bei Antibiotika einsetzen.“ Die Parlamentarierin erwartet von der Bundesregierung, dass sie ihre Entscheidung korrigiert.
Quelle: AgE 

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