Tierschutz

Langstreckentransporte von Kälbern

Nicht-abgesetzte Kälber benötigen eine besondere technische Ausstattung für lange Strecken im LKW.

Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass Kälber, die noch nicht abgesetzt sind und mit Milch ernährt werden, nach einer Beförderungsdauer von neun Stunden eine ausreichende, mindestens einstündige Ruhepause erhalten müssen, damit sie getränkt und nötigenfalls gefüttert werden können. Nach dieser Ruhepause kann die Beförderung für weitere neun Stunden fortgesetzt werden. Nach der aktuellen Rechtsprechung des EuGH liegt die Beförderungshöchstdauer bei maximal 19 Stunden. Dann müssen die nicht-abgesetzten Jungtiere entladen, gefüttert und getränkt werden und eine Ruhezeit von mindestens 24 Stunden erhalten.
In einer Stellungnahme des Friedrich-Löffler-Instituts sind jetzt die Voraussetzungen für den Transport von Milch-saugenden Kälbern unter tierschutzfachlicher Sicht dargestellt.
Hier in Kürze die Zusammenfassung des Tränkebedarfs der Kälber:
  • Die Verabreichung der Fütterungstränke (MAT, Milch) erfolgt über eine verformbare Gummizitze, die vom Kalb für den zweiphasigen Saugakt (kein Überdruck im System) ins Maul genommen wird.
  • Bereits beim ersten Saugakt muss Tränke ins Maul der Tiere gelangen (kein „Leersaugen“).
  • Zur Vermeidung von Akzeptanz- und Verdauungsproblemen muss die Milch- oder MAT-Tränke bei der Verabreichung temperiert sein (> 30 °C).
  • Zur Vermeidung von Akzeptanz- und Verdauungsproblemen sollte die Tränke nicht angesäuert sein.
  • Alle Kälber einer Gruppe im Fahrzeug müssen gleichzeitig Tränke aufnehmen können.
  •   Jedem Kalb muss zur Vermeidung der Unterversorgung der für eine Mahlzeit erforderliche Energie- und Proteingehalt sowie das entsprechende Tränkevolumen (> 3 Liter, im Winter > 4 Liter) bereits bei Beginn zur Verfügung stehen (kein „Nachfüllen“). Somit wird auch eine Überversorgung vermieden.
  •    Jedes Kalb muss durch einen Betreuer für die Fütterung so an das Fütterungssystem herangeführt werden können, dass ihm ausreichend Zeit für eine bedarfsgerechte Versorgung bleibt.
  • Die mitzuführenden Futtervorräte (Kapazität des Vorratstanks für MAT oder im Fall des Anmischens „on demand“ an Wasser und MAT-Pulver) müssen der Gesamtzahl der transportierten Kälber entsprechen. Hinzuzurechnen ist das Füllungsvolumen des Fütterungssystems.