Tierschutz

Mahd: Kitze und Kühe schützen!

„Ducken und Tarnen“ hilft Wildtierjungen vor dem Fuchs, nicht aber vor Mähwerken. Auf die Mäh-Technik kommt es an!

Für die jetzt bevorstehenden Mäharbeiten haben die niedersächsische Landesjägerschaft, das Landvolk und die Landwirtschaftskammer gemeinsam Empfehlungen ausgesprochen, wie Jungtiere, die in der jetzigen Brut- und Setzzeit in Wiesen und Grünroggen abgesetzt und aufgezogen werden, vor Leiden und dem Tod durch Mähwerke geschützt werden können.
Folgende Empfehlungen werden gegeben:
  • Mind. 24h vor Mähbeginn den Jagdpächter informieren
  • Absuchen der Flächen mit Jagdhund
  • Anbringen von Flatterbändern, Knistertüten und Duftlappen am Vorabend der Mahd
  •   Einsatz elektronischer Wildscheuchen, die unangenehme Töne ausstoßen
  • Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras oder Infrarottechnik
  • Von innen nach außen mähen
  • Entlang stark befahrener Straßen von der Straßenseite beginnen
  • Akustische Wildretter an den Erntemaschinen anbringen
  • In Gebieten mit bekannt hoher Wilddichte die Geschwindigkeit reduzieren
  • Auf das Mähen bei Dunkelheit verzichten, denn die Tiere ducken sich zudem vor Scheinwerfern und flüchten nicht.
Gefahr von qualvollem Tod für Kitze und Kühe
Nicht nur die vom Mähwerken zerhexelten Tiere erleiden einen teils qualvollen Tod, auch für die Tiere, die mit der Grassilage gefüttert werden sollen, entsteht ein Risiko. Denn in den unbemerkt einsilierten Tierkadavern können sich unter Luftabschluss die Toxine von Clostridium botulinum vermehren und die Silage großflächig mit Botulismus-Toxinen vergiften. Wird das Futter Kühen vorgelegt, kommt es zu Vergiftungen mit schlaffen Lähmungen und meist vielen Todesfällen in kurzer Zeit. Botulismus ist nicht therapierbar und es gibt in Deutschland keinen zugelassenen Impfstoff.
Foto: H-J. Kleinohl, pixelio.de

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