Umfrage Bundestierärztekammer

Personalmangel: 500 freie Stellen für Amtstierärzte

Die Bundestierärztekammer warnt vor einem massiven Personalmangel, da die Aufgaben immer umfangreicher werden. Zeitgleich gehen aber 30% der Amtsveterinäre in Rente. 500 neue Stellen sind bald frei.

Bei den in den amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchungen tätigen Tierärzten wird in den kommenden drei bis vier Jahren ein erheblicher Personalbedarf entstehen. In dieser Zeit werden etwa 30% der amtlichen Veterinäre in den Ruhestand gehen. Das geht aus einer bundesweiten Umfrage hervor, die jetzt von der Bundestierärztekammer (BTK) veröffentlicht wurde.
Demnach müssen in den kommenden Jahren etwa 500 Stellen neu besetzt werden. Diese Zahl ergibt sich aus den Antworten der Veterinärbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte, dürfte aber in der Realität noch deutlich höher ausfallen. Laut der BTK stehen zwar grundsätzlich ausreichend viele Tierärzte zur Verfügung. Die bestehenden tarifrechtlichen und organisatorischen Probleme führen dazu, dass frei werdende Stellen schon jetzt schwer zu besetzen seien. Die Veterinäre scheinen ein abnehmendes Interesse an freien Stellen in der amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchung zu haben, so die Umfrage.
Ungünstig für die Tierärzte wirken sich vor allem tarifvertragliche Regelungen mit Stückvergütungen, die in der ambulanten Schlachttier- und Fleischuntersuchung Anwendung finden, bei abnehmenden Betriebs- und Schlachtzahlen aus. Weder der Tarifvertrag noch die bestehenden Arbeitsverträge decken alle zu den Untersuchungen gehörenden Tätigkeiten im erforderlichen Umfang ab.
Um dem Personalengpass entgegenzuwirken, schlägt die Kammer vor, die ambulante Schlachttier- und Fleischuntersuchung grundlegend neu zu organisieren. Das bisherige System der Vergabe von Bezirken mit Schlachtbetrieben an einzelne praktizierende Tierärzte als nebenamtliche Tätigkeit werde der Aufgabenstellung nicht mehr gerecht. Es sollte nicht aufrechterhalten werden. Wichtig sei, die amtlichen Untersuchungen auch in handwerklichen Schlachtbetrieben in die Hände der Veterinärämter zu legen. Zudem muss laut der BTK über eine Entkopplung der Gebühreneinnahmen und des Einsatzes amtlicher Tierärzte nachgedacht werden.
Quelle: AgE

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