SSB: Betriebe nach Säugezeit ausgewertet

In der öffentlichen Diskussion scheint die vierwöchige Säugezeit zum Wohle der Ferkel erstrebenswert. Doch mit einer Verlängerung der Säugezeit gehen auch Nachteile wie ein stärkeres Absäugen der Sauen einher. Deshalb stellt sich die Frage, mit welchen Säugezeiten in der Praxis gearbeitet wird und

In der öffentlichen Diskussion scheint die vierwöchige Säugezeit zum Wohle der Ferkel erstrebenswert. Doch mit einer Verlängerung der Säugezeit gehen auch Nachteile wie ein stärkeres Absäugen der Sauen einher. Deshalb stellt sich die Frage, mit welchen Säugezeiten in der Praxis gearbeitet wird und welche Leistungen bei unterschiedlichen Säugezeiten möglich sind. 
Die Schweinespezialberatung Schleswig-Holstein (SSB) hat die Sauenplanerdaten diesbezüglich ausgewertet. So arbeiten etwa 40 % der SSB-Betriebe mit einer verkürzten Säugezeit von 21-23 Tagen, 60 % mit 24-28 Tagen. Die Betriebe mit längerer Säugzeit setzten im Wirtschaftsjahr 2013/2014 etwa 0,7 Ferkel weniger ab (28,7 vs. 29,4). Sie weisen eine um 0,1 schlechtere Wurffolge, jedoch 0,5 lebend geborene Ferkel je Wurf mehr auf.
Die Direktkosten je Ferkel lagen in Betrieben mit längerer Säugezeit um 0,50 € höher. Die Futterkosten je Ferkel fielen bei den jünger abgesetzten Tieren um 0,90 € höher aus. Unterm Strich ergab sich im Wirtschaftsjahr 2013/2004 bei relativ hohen Ferkelerlösen ein ökomischer Vorteil für Betriebe mit kurzer Säugezeit. Unter den zehn besten Betrieben sind allerdings zu gleichen Teilen Betriebe mit kurzer beziehungsweise langer Säugezeit vertreten.