Tierschutz

Verschärfte Kontrollen in Bayerns Großbetrieben

Bayern weitet Tierschutz-Kontrollen aus. Die Sonderkontrollbehörde überwacht nun auch Betriebe mit mehr als 600 Rinder- und mehr als 500 Kälbermastplätzen. Schrittweise sollen so auch schweinehaltende Betriebe kontrolliert werden.  

Bayerns Sonderkontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) ist seit vergangenem Mittwoch (1.7.) auch für die Überwachung von großen Rinderbetrieben und den betreffenden Vollzug zuständig. Wie der Umweltminister des Freistaates, Thorsten Glauber, in München erklärte, kontrolliert die KBLV nun auch alle nach Immissionsschutzrecht genehmigten Rinderanlagen ab 600 Rinderplätzen und ab 500 Kälbermastplätzen sowie die mit diesen Anlagen verbundenen Betriebe.
Bis zum 1. Dezember solle die KBLV schrittweise auch die Überwachung und den Vollzug bei großen Schweinehaltungsbetrieben übernehmen. Dann werde die Behörde für insgesamt rund 300 große Tierhaltungsbetriebe einschließlich der jetzt schon kontrollierten Geflügelgroßbetriebe zuständig sein.

Umfassende Weiterentwicklung des Veterinärwesens

„Auch die Landratsämter unterstützen wir mit der Reform. Wir stärken die gesamte Veterinärverwaltung mit rund 70 neuen Stellen“, so Glauber. Die neuen Stellen seien vor allem bei der KBLV, den Veterinärämtern sowie als sogenannte Springerstellen bei den Bezirksregierungen geschaffen worden, um Landratsämter im Bedarfsfall zusätzlich unterstützen zu können. Durch die neue Zuständigkeitsverteilung würden die Veterinärämter entlastet; dort entfielen Kontrolltätigkeiten bei unveränderter Personalbesetzung, so dass mehr Zeit für die vielfältigen sonstigen Aufgaben und Kontrolltätigkeiten bleibe.
Glauber will das Veterinärwesen und die Lebensmittelüberwachung im Rahmen eines „Kontrollkonzepts 2030“ umfassend weiterentwickeln. Dabei sollen alle relevanten Aspekte - von der Ausbildung bis hin zum Personalbedarf - berücksichtigt werden.
Auslöser für die Neuorganisation der Überwachung von Großbetrieben in der Rinder- und Schweinehaltung war ein Fernsehbericht über schwere Verstöße gegen den Tierschutz in einem Allgäuer Milchviehbetrieb mit rund 1.800 Milchkühen im Juli vergangenen Jahres. Eine Tierrechtsorganisation hatte versteckt Videoaufnahmen gemacht, die unter anderem dem ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ zugespielt wurden. Demnach wurden die Kühe getreten, geschlagen und mit einem Schlepper durch den Stall geschleift.
Quelle: AgE

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