Tierhaltung

Gericht ordnet Auslauf für Kühe an

Anbindehaltung Stall
Als Folge von Bewegungsarmut können gehäuft Erkrankungen und Schmerzen entstehen. Foto: Zaspel

Die ganzjährige Anbindehaltung von Rindern ist tierschutzwidrig, so urteilte das Verwaltungsgericht Münster. Rinder, die im Stall angebunden sind, müssen zumindest im Sommer mind. 2h täglich Auslauf erhalten.

Das Verwaltungsgericht Münster kam am 20. Dezember 2019 (Az.: 11 L 843/19) zu der Entscheidung, dass in der Anbindehaltung nahezu alle durch das Tierschutzgesetz geschützten Grundbedürfnisse der Rinder stark eingeschränkt seien und verwies dabei auf die niedersächsischen Tierschutzleitlinien für die Milchkuhhaltung sowie für die Mastrinderhaltung. Diese besagt, dass vorhandene Anbindehaltungen wenn möglich in Laufstallhaltungen umgebaut werden sollen. Sei dies nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand möglich, müsse als Ausgleich für das Bewegungsdefizit entweder täglich Zugang zu einem Laufhof oder zumindest in den Sommermonaten Weidegang oder ganzjährig täglich mindestens zwei Stunden Zugang zu einem Laufhof oder einer Weide gewährt werden.

Der Landwirt hatte 24 Rinder im Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen, in ganzjähriger Anbindehaltung im Stall gehalten. Das zuständige Kreisveterinäramt hatte angeordnet, dass der Landwirt seine Rinder zumindest vom 1. Juni bis 30. September eines jeden Jahres täglich für mindestens zwei Stunden freien Auslauf auf einer Weide, einem Paddock, einem Laufhof oder etwas Vergleichbarem gewähren müsse. Die Anordnung wollte der Landwirt per Eilantrag stoppen. Er sah ernsthafte Gefahr, dass sich die Rinder bei Auslauf mit Krankheiten infizieren können oder von Wölfen und Hunden angegriffen werden könnten. Das Gericht befand jedoch, dass die vom Antragsteller vorgetragenen Gründe gegen den Auslauf die Rechtmäßigkeit dieser Anordnung nicht infrage stellen könnten. 

Gegen den Beschluss ist bereits Beschwerde an das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen eingelegt worden.

Quellen: Legal Tribune Online, Westfalenblatt

 

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