Stoffwechsel

Frühwarnsystem für tragende Kühe

Forscher am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf haben ein Frühwarnsystem für trächtige Kühe mit Stoffwechselproblemen entwickelt.

Ein Frühwarnsystem für trächtige Kühe mit Stoffwechselproblemen haben Forscher am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf (FBN) zur Patentreife entwickelt. Nach Angaben des FBN haben die Wissenschaftler um Dr. Monika Röntgen und Dr. Sandra Erdmann einen physiologischen Marker identifiziert, der sichere Aussagen zur Stoffwechselstabilität von Milchkühen erlaubt.
Das nun anerkannte Patent basiert auf innovativen Untersuchungen zur Herzfrequenzvariabilität (HRV) von hochleistenden Milchkühen, die durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurden. „Bislang gibt es in der Nutztierhaltung von Milchkühen keine verlässlichen Werte, die eine vorausschauende Aussage zur Entwicklung ihrer Gesundheit nach dem Abkalben ermöglichen“, erläuterte Studienleiterin Röntgen.
Durch die nicht-invasive Bestimmung eines einzigen Parameters, der Ausprägung des nichtlinearen HRV-Werts Maxline (Lmax), können nach ihrer Darstellung bereits vier Wochen vor dem Abkalben Milchkühe mit guter Stoffwechselstabilität, einer hohen Nahrungsaufnahme und Milchleistung sowie solche mit einer verringerten Stoffwechselstabilität und einem erhöhtem Krankheitsrisiko erkannt werden.
„Mit unserem Parameter haben wir eine wissenschaftliche Grundlage gelegt, um künftig die drei wichtigen Säulen Gesundheit, Tierwohl und Leistungsvermögen effektiver in Einklang zu bringen“, betonte die Studienleiterin.

Feldstudie unter Praxisbedingungen

In einem nächsten Schritt soll in einer größeren Feldstudie die Praxiseinführung in der Milchrindhaltung erprobt werden. Dazu wird laut FBN die Herzfrequenz über einen am Institut entwickelten Gurt mit Elektroden und Sender aufgezeichnet und ausgewertet. Der Rinderhalter soll so künftig frühzeitig die Information über den Gesundheitszustand der Kuh erhalten.
Für die Zukunft ist nach Angaben des Instituts eine automatisierte Datenerfassung über Sensoren geplant. Darüber hinaus soll das Verfahren genutzt werden, um die Herdengesundheit und Zuchtstrategie langfristig durch die Typisierung und Selektion weiblicher Tiere mit stabilem autonomen Regulationsvermögen und dadurch hoher Stoffwechselstabilität zu verbessern.
Quelle: AgE

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