Fütterung

Futterproben in Abhängigkeit von der Herdengröße

Nur wer die Trockensubstanz und Nährstoffgehalte seiner Silagen kennt, kann genau füttern. Tipps zur Bestimmung der Trockenmasse im Stall.

Bekanntlich gibt es drei Futterrationen, die berechnete, die vorgelegte und die gefressene Ration. Um zu verhindern, dass die drei Rationen möglichst wenig voneinander abweichen, empfiehlt es sich in regelmäßigen Abständen die Trockensubstanz (TS) zu überprüfen.

Häufigkeit der TS-Bestimmung im eigenen Betrieb

Die Trockensubstanz von Silagen und Mischrationen sollte so häufig wie möglich, mindestens aber ein bis zwei Mal pro Woche ermittelt werden, um sicherzustellen, dass sie die richtigen Mengen in der Ration verfüttern. Bei feuchten Nebenprodukten, wie Biertreber, ist eine wöchentliche bzw. chargenweise Probenahme oft ausreichend.
Wichtig: Wenn im Silostock eine Veränderung des Feuchtigkeitsgehaltes sichtbar ist (z. B. feuchtere Schicht oder nach Schlagregen), sollte der TS-Gehalt sofort neu bestimmt werden.
In Fahrsilos ist das Beprobungsschema abhängig von mehreren Faktoren.
Eine wöchentliche Probenahme wird angeraten bei:
  • minimalen Schwankungen des TS-Gehaltes bei der Befüllung/Ernte (z. B. Maissilage)
  • schneller Entnahmerate/viel Vorschub
  • sauberen Anschnittsflächen (z. B. durch die Entnahme mit einer Silofräse)
Eine Probenahme von 3 bis 4 Mal pro Woche empfiehlt sich bei:
  • stark schwankenden TS-Gehalten bei der Ernte (z. B. Grassilage)
  • wenig Vorschub
  • groben Anschnittsflächen (z. B. durch die Entnahme mit einer Greifschaufel)
Bei Fütterung von Silageballen sollte jeder Ballen mindestens einmal beprobt werden.
Für Schlauchsilagen eignet sich die chargenweise Beprobung bei jeder Lieferung.

TS-Gehalt einfach bestimmen

Der TS-Gehalt von Silagen oder einer TMR lässt sich u.a. mit Hilfe eines Obst-Dörrautomaten einfach und schnell selbst überprüfen. Wird eine Futterprobe über Nacht getrocknet, steht das Ergebnis am nächsten Tag zur Verfügung.
Tipps für die Beprobung auf dem eigenen Betrieb finden Sie hier:

Die regelmäßige Kontrolle der TMR ist wichtig. Die aktuellen Daten sind Vorraussetzung für ein professionelles Fütterungsmonitoring. (Bildquelle: Stöcker-Gamigliano)

Überprüfung der Nährstoffgehalte im Labor

Neben dem TS-Gehalt ist es auch wichtig zu wissen, ob sich auch die Inhaltsstoffe (Nährstoffe) in der Silage bzw. der TMR verändern. Deshalb sollten auch in regelmäßigen Abständen die wichtigsten Grundfuttermittel oder gar die gesamte TMR zur Nährstoffanalyse an ein Futtermittellabor gesandt werden. Die Futterprobenahme sollte in Abhängigkeit von der Herdengröße erfolgen. In der folgenden Tabelle ist ein solches Beprobungsschema dargestellt. 

So oft die wichtigsten Futtermittel untersuchen lassen

Fütterungsexperten der Universität Wisconsin empfehlen, bei einer 100-köpfigen Kuhherde pro Monat vier Futterproben zur Analyse einzusenden. 
Die Kosten, die durch die intensive Beprobung anfallen, stehen zumeist in keinem Verhältnis zu den zusätzlichen Kosten, die sich  infolge der Abweichungen von der gerechneten TMR zur tatsächlich verfütterten TMR ergeben. 
Quelle:  University of Wisconsin