Resistenzbekämpfung

Irland verzichtet freiwillig auf Colistin

Reservenatibiotikum soll für den Einsatz in der Humanmedizin zurückgehalten werden.  Das geht nur, wenn Tiergesundheitsstandards hoch sind. 

In Irland besteht offensichtlich ein breiter Konsens auf einen Verzicht des Antibiotikums Colistin in der Veterinärmedizin.  Landwirtschaftsminister Charlie McConalogue begrüßte kürzlich eine entsprechende Absichtserklärung des Umsetzungsausschusses Tiergesundheit  des Nationalen Aktionsplans  zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen. Der Minister verwies darauf, dass die Weltgesundheitsorganisation Colistin in die Liste der „Highest Priority Critically Important Antimicrobials“ (HPCIA) aufgenommen habe. 

Einsatz bei Schweinen und Geflügel

Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) hat Colistin in der Tiermedizin eine erhebliche Bedeutung, vor allem für die Behandlung von Infektionen des Magen-Darm-Trakts bei Nutztieren. Das RKI verwies auf Zahlen des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), wonach in den Jahren 2017 und 2018 hierzulande jeweils 74 t Polypeptidantibiotika - dabei handelt es sich hauptsächlich um Colistin - an tierärztliche Hausapotheken abgegeben wurden; 2019 belief sich die Menge auf 66 t. Für 2020 liegen noch keine Zahlen vor. Hierzulande hatte im Juni vergangenen Jahres die deutsche Geflügelwirtschaft angekündigt, künftig in der Masthähnchen- und Putenhaltung komplett auf den Einsatz des in der Humanmedizin als besonders relevant eingestuften Reserveantibiotikums Colistin verzichten zu wollen. 
AgE

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