EMP 2018

Konzentriertes Mastitiswissen in Budapest

Ungarische Milchkuhbetriebe haben gute Voraussetzungen, erfolgreich Milch zu produzieren. Um die Newsgesundheit zu verbessern, sollten die Mitarbeiter jedoch besser geschult werden. Ein grenzüberschreitendes Expertenteam berät!

Am 17. und 18. Mai fand in Budapest das 11. European Mastitis Panel statt. Sechzehn Newsgesundheitsexperten aus elf Ländern kamen zusammen, um über die Ergebnisse des ersten gemeinsamen Forschungsprojekts zu diskutieren und sich einen Überblick über die Milchproduktion in Ungarn zu verschaffen. Zwei Betriebsleiter öffneten ihre Tore und konnten vom großen Wissensschatz der Teilnehmer profitieren. Das European Mastitis Panel ist eine Initiative von MSD-Tiergesundheit und besteht aus ausgewählten Mastitisexperten, die jährlich zum Austausch zusammenkommen.

Aureus ist nicht gleich Aureus

Unter Federführung von Dr. Gerrit Koop der Universität Utrecht haben die EMP-Mitglieder in den Vorjahren damit begonnen, eine Sammlung europäischer S. aureus-Stämme anzulegen. Gibt es Unterschiede in der Pathogenität? Um diese Frage zu beantworten, untersuchten die Wissenschaftler Isolate aus den Niederlanden und Isolate aus zehn weiteren europäischen Ländern, welche EMP-Mitglieder nach Utrecht geschickt hatten. S. aureus-Bakterien produzieren Leukozidine, porenbildende Toxine, welche neutrophile Granulozyten im News angreifen und so die immunologische Bekämpfung der Aureus-Erreger verhindern. Ein erstes Ergebnis: Die S. aureus-Stämme unterscheiden sich darin, wie umfangreich sie die Toxine und Leukozidine ausbilden (hochproduktiv, geringproduktiv). Erste Hinweise deuten nun darauf hin, dass hoch produktive Bakterienstämme auch schwerere Mastitiden auslösen. Endgültige Ergebnisse werden für das kommende Jahr erwartet. Langfristig könnte mithilfe der Ergebnisse die Behandlungsstrategie einer Kuh mit S. Aureus von dem vorhandenen Bakterienstamm abhängig gemacht werden.

Mitarbeiterkommunikation verbessern

Profitieren konnten auch zwei ungarische Betriebsleiter vom konzentrierten Fachwissen der Mastitisexperten. Die leistungsstarken Herden haben mit Zellzahlproblemen (durchschnittlich 350.000 bis 400.000 Zellen/ml) zu kämpfen: Die Fluktuation der Mitarbeiter ist hoch. Der Lohn ist niedrig, das kommunale Auffangnetz gut ausgebaut. Das erschwert die Ausbildung und Umsetzung guter fachlicher Praxis (Hygiene, Melkroutine, Umgang mit den Kühen) auf den Betrieben. Um das Potenzial zu heben, das dank Zucht und guter Futtergrundlage besteht, empfahlen die Experten regelmäßige Teammeetings, mehr Erklärungen und eine Verbesserung der innerbetrieblichen Abläufe.
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C. Stöcker, VetConsult